Vorsicht! – Gefährliche Gifte in Honig, Salat und Tee. Auch bei Bio?

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Kann der regelmäßige Genuss von Honig zu Leberfunktionsstörungen führen? Besonders bei Honig aus Übersee wurde ein kritischer Bestandteil der toxisch wirkenden Pyrrolizidinalkaloide (PA) nachgewiesen, die unter anderem in bei Bienen beliebten Korbblütlern vorkommen und mit dem Nektar in die Wabe getragen werden.

Deutscher Honig ergab eine Belastung von 250 µg/kg, wobei das Bundesinstitut für Risikobewertung aufgrund des hohen Gesundheitsrisikos eine Nulltoleranzgrenze anstrebt. Allerdings gibt es bei Lebensmitteln, zu denen auch Salate, hier insbesondere Rucola, und Kräuterteemischungen gehören, derzeit noch keine Kontrollen auf dieses Toxin. Und das, obwohl es in Äthiopien und Afghanisten bereits zu Todesfällen bei Kindern durch kontaminiertes Getreide gekommen sein soll. Viele Pflanzen stellen das Gift nicht selbst her, sondern werden durch andere, ähnlich aussehende, aber giftige Pflanzen kontaminiert. So sieht das Kreuzkraut dem Rucola zum Verwechseln ähnlich.

Im Gegensatz zu Lebensmitteln reagierte das Bundesgesundheitsamt zumindest bei phytopharmazeutischen Produkte  (pflanzliche Arzneimitteln) und setzte dort die noch unbedenkliche tägliche Dosis auf 1 µg fest, wobei die Anwendungsdauer von sechs Wochen nicht überschritten werden sollte.

Übelkeit und Erbrechen sind noch die harmlosesten Nebenwirkungen bei einer bereits geringfügigen Überdosierung, die leicht über diesen Wert hinausgehen kann. Auch Halluzination gehören zum Spektrum der unerwünschten Nebenwirkungen, die zum Teil noch durch andere Giftstoffe hervorgerufen werden, die der Biene im übrigen nicht schaden.

Dabei soll doch gerade Honig so gesund sein! Wie ist es dann möglich, dass der Bayrische Verwaltungsgerichtshof im März 2012 entschied, dass der Kläger selbst dafür zu sorgen hat, dass sein Bienenstock nicht durch den gentechnisch veränderten Mais mit Produkten von Monsanto durch ein 500m entfernten Feld kontaminiert wird. Das EU-Parlament unterstützte 2014 einen Gesetzesentwurf, der Pollen als natürlichen Bestandteil von Honig auszeichnet und eine Kennzeichnungspflicht durch genetische Verunreinigung erst bei einem Pollengehalt ab 0,9% erforderlich ist.  Üblicherweise enthält Honig nur 0,3 bis 0,5 %, da ist man also fein raus.

Wann endlich werden auch Lebensmittel auf diese bereits bekannten giftigen Substanzen hin getestet und dürfen erst dann als unbedenklich in den Verkauf, wenn sie es auch wirklich sind? Was können wir überhaupt noch essen, wenn selbst bei biologisch angebauten Produkten nicht sicher ist, ob sie nicht doch kontaminiert sind?

Merkwürdig ist immerhin, dass wir hierzulande mehr Bio verkaufen als angebaut und importiert wird. Das ist leider Fakt und wirft einige Fragen auf.

Quellen: