Donald Trump erklärt Studenten sein Erfolgsgeheimnis. Und die Spötter lachen.

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Bei dem steten Bemühen, täglich einen Anti-Trump-Artikel zu schreiben, gibt es immer wieder mal was zum Lachen, da manche Geschichten geradezu an den Haaren herbeigezogen werden. Es fing damit an, dass Trevor Noah von „The Daily Show“ ein 15 Jahre altes Video ausgegraben hat, das ihm geeignet schien, Trump zu verunglimpfen und ihn mal wieder als den Dummen dastehen zu lassen.

Wenn die Geschichten allerdings zu konstruiert sind, dann stehen die Ersteller selbst als die Dummen da und der eben noch Verspottete als der Clevere.

Worum geht es?

Trevor Noah konnte wohl sein Glück nicht fassen, als er ein 15 Jahre altes Video ausgrub, in welchem Donald Trump, damals noch erfolgreicher Immobilienmagnat, anlässlich der Verleihung seiner Ehrendoktorwürde eine Rede hielt. Nein, nichts besonderes. Eine Rede halt.

Noah machte daraus eine ganze Anti-Trump-Sendung. Ein wirklicher Glücksgriff für einen Hater. Dabei blieb es aber nicht. Denn nun stürzten sich wie die Geier alle, die eine Tastatur bedienen konnten, auf diese kleine Geschichte  – schließlich will jeder etwas vom Kuchen – und machten daraus einen Kalauer nach dem andern.

Hier ist sie die Rede im Original, wir übersetzen unten stehend den wichtigsten Teil.

Im Bild sieht man Donald Trump zwar mit Talar, aber ohne das übliche Barett die Doktorwürde entgegennehmen.

„The Donald“, wie er damals noch genannte wurde, mochte es noch nie, wenn man seine mühevoll gestylte Frisur (O-Ton Donald Trump während eines Wahlkampfes) verwuschelte. Er überlegte sogar, sich als Präsident eine andere zuzulegen, damit er morgens schneller ins Office komme.

Der Mann hat Humor und kann über sich selbst lachen.

„Ich wollte schon immer Doktor werden. Und Melania, von jetzt an sagst du zu mir Dr. Trump!“
Es war übrigens nicht sein erster Ehrendoktor. Zu den Studenten gewandt:
„Wenn ihr eine neue Reise beginnt und nicht wisst, wo sie euch hinführen wird, dann schaut mich an: Ich war ein sehr erfolgreicher Real Estate Developer in New York City. Und dann fragten sie mich: Hättest du Lust auf eine Fernseh-Show? 
Ich sagte: Warum nicht? Und wir taten es.“ 
Danach erst habe er erfahren, dass 95% aller Shows ein Flop werden.
„Warum habt ihr mir das nicht vorher gesagt?“
Dann sei seine Show doch noch die Nummer Eins geworden und er somit ein “Star”. Diese Show würde sein Immobilien Business um Längen schlagen.
Er sagt den jungen Studenten, dass sie hoffentlich wissen, wie wichtig jeder einzelne von ihnen sei. Sie müssten das nicht durch ihre Eltern herausfinden, sondern jeder für sich selbst. Und dann sollten sie hinausgehen und kämpfen.
Er möchte ihnen jetzt etwas auf den Weg geben, das für ihn sehr hilfreich gewesen sei. Es hätte für ihn funktioniert. Danach habe er immer gelebt und gearbeitet.

“Du musst deine Arbeit lieben!”

„Wenn ihr etwas nicht liebt, dann tut es einfach nicht. Lasst euch auch nicht von anderen in etwas hineinzwingen. Denn wenn ihr es nicht mögt, dann seid ihr wahrscheinlich darin auch nicht wirklich gut.“

“Gib immer 100 Prozent!”

„Egal wie lange wir auf diesem Planeten sind, es ist nicht für ewig, deshalb gebt alles!“

“Hinterfrag dich täglich.”

„Wie komme ich voran. Was genau mache ich? Macht es mir Spaß? Bin ich gut darin? Mögen mich meine Chefs? Was passiert hier gerade?
„Ihr werdet eine Menge Probleme bekommen, das Leben ist schwer.“
1990 habe er 9,2 Milliarden Dollar besessen. Er habe damit gut schlafen können, aber die Banken nicht. Er habe viel verloren. Er habe gekämpft, noch mehr gearbeitet und nun sei sein Unternehmen größer und stabiler als je zuvor. Er habe niemals aufgegeben.
Das Guiness Buch der Rekorde habe das als den größten finanziellen Comeback in der Geschichte gewertet.

“Sei diszipliniert!”

„Bleibt unter allen Umständen diszipliniert. Wenn ihr für etwas kämpft, dann tut es diszipliniert.“
Trump warnt davor, Risiken einzugehen, solche, die er selbst nicht scheut. Es sei einfacher, ein normales, angenehmes Leben zu führen.

“Es gibt nichts besseres als Bildung. Lerne jeden Tag dazu.”

“Vergesst das Gesamtbild nicht und verliert dabei nie die Details aus den Augen.”
Details könnten den Einzelnen zu Fall bringen, wenn man sie unterschätzt. Er empfiehlt, mehr scherzhaft, nicht auf einen Ehevertrag zu verzichten. (Die Studenten lachen.)
Nun kommt er zu dem, was er als das zweitwichtigste bezeichnet, was ein Mensch tun sollte, außer, dass er seine Arbeit liebt:

“Gib niemals auf!”

„Selbst dann, wenn ihr vor einer Betonmauer steht, dann geht durch sie durch, geht um sie herum, geht über sie rüber aber seht zu, dass ihr auf die andere Seite der Mauer kommt.“
Er würde viele Menschen kennen, die zu früh aufgegeben haben, denn sie standen kurz vor dem Ziel.
Er zitiert Abraham Lincoln, der gesagt haben soll:
„Ich werde studieren und mich vorbereiten für eine Chance, die ich eines Tages erhalten werde.“
Er betont dass dieser Satz sehr, sehr wahr sei.
Unter dem Jubel der Studenten verlässt er die Bühne. 

Wer diese Rede gehört hat, findet sie normalerweise inspirierend. Allerdings nur dann, wenn er einfache rhetorische Figuren kennt, denn sonst wird es peinlich.

Was meinen die Medien dazu? Nun, zuallererst scheinen sie keine Metaphern zu verstehen.

So titelt „Der Westen“ – nein, wir haben uns das nicht ausgedacht:

„Donald Trump: 15 Jahre altes Video aufgetaucht – Mauer-Spruch lässt US-Präsidenten dumm dastehen.“

Ja, es geht um den Satz mit der Mauer. Das Reizwort der Demokraten und ihrer Unterstützer. Weltweit.

Denn diese Rede könnten sich die Migranten dann doch auch zu Herzen nehmen und seinem Aufruf folgend, auf die andere Seite der Mauer gelangen.

Die meinen das offenbar wirklich so.

Auch der Guardian hält sich nicht zurück mit der Kritik an der Metapher und vergleicht gerne die eine Mauer mit der anderen, die Trump heute bauen möchte.

Alles wird ins Lächerliche gezogen.

Im Video hören wir Trevor Noah:

„Wenn es eine Sache gibt, die wir wissen, ist es, dass nichts Einwanderer davon abhalten wird, nach Amerika zu kommen. Dies ist ein Ort, von dem die Menschen träumen, hierher zu kommen, denn Menschen, die versuchen, ein besseres, sichereres Leben für ihre Familien zu führen, werden alles tun, um diesen Traum zu verwirklichen. Und ich weiß, dass Donald Trump das versteht – wegen dieses Videos, das wir vor 15 Jahren gefunden haben.“

The Daily Show hat offenbar nicht verstanden, dass die Menschen, die über die südliche Grenze kommen, anderes vorhaben. Sie bringen Drogen, Kriminalität und über Menschenhandel unschuldige Frauen und Kinder ins Land, die sexuell ausgebeutet werden, sagt Trump. Er kennt die Zahlen. Er hat sie oft genug genannt.

Urgent: Border Crisis

This is the tragic reality of illegal immigration on our southern border. This is the cycle of human suffering I am determined to END.

Gepostet von Donald J. Trump am Freitag, 11. Januar 2019

Man will ihn einfach nicht verstehen.

Jedes einzelne Wort wird ihm im Munde verdreht und die Mockingbirds tun so, als würden sie ihn nicht verstehen. Dann aber müssten sie sehr dumm sein und das ist eher unwahrscheinlich.

Deshalb darf man wohl von Absicht ausgehen, denn ihre Aufgabe scheint zu sein, Trumps Ruf nachhaltig zu schädigen und ihn als einen Dummkopf dastehen zu lassen.

Aber der Bumerang wird irgendwann zurückkommen.

Nein, über die Südgrenze kommen nicht die, die das Land benötigt. Trump möchte mehr echte Einwanderer, solche, die den legalen Weg gehen, solche, die im Moment gerade gesucht werden: Fachkräfte und Arbeiter, weil die Wirtschaft floriert.

Er sagt es immer wieder. Aber das trifft auf taube Ohren.

Laut Forbes beantragten inzwischen 33 Wagner-Professoren und mehr als 700 Alumni, Trump den Ehrendoktor wieder abzuerkennen, während eine Petition auf Change.org 1.920 Unterschriften bekam. Bisher vergeblich.

Es könnten die gleichen sein, die ihm damals zugejubelt haben, als er noch mit Immobilien handelte und ein Fernsehstar war.

Den Politiker Trump mag kaum einer seiner alten Freunde noch.

Aber selbst das Trump-kritische Snopes ist hier auf seiner Seite und erkennt an, dass es sich bei der einen Mauer (2004) um eine Methapher handelte, die dafür steht, Schwierigkeiten die Stirn zu zeigen und sie zu überwinden, während die andere Mauer (heute) inzwischen bereits streckenweise physisch zu betrachten ist. Man kann sie anfassen. Nein, Trump habe niemanden aufgefordert, über die zu klettern.

War das wirklich so schwer?

Pow!!!

Gepostet von Same vid of libs begging for borders every day until the wall is built am Freitag, 4. Januar 2019

Hier sieht man, mit welchem Eifer die Demokraten einst die Sicherung der südlichen Grenze betrieben haben. Minute 2:20: Hillary Clinton spricht von einer physischen Barriere. Es ist noch nicht lange her. Vor der Ära Trump etwa…