Friedensgespräche abgebrochen: Trump hat geplantes geheimes Treffen mit Taliban und afghanischem Präsidenten Aschraf Ghani abgesagt

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Donald Trump teilte heute auf Twitter mit, dass er ein geplantes Treffen mit den Taliban und dem afghanischen Präsidenten abgesagt hat, nachdem diese bereits in den USA gelandet waren. Das Treffen sollte auf Camp David stattfinden. Grund der Absage war ein Anschlag mit einer Autobombe, die einen US-Soldaten und 11 weitere Opfer tötete. Die Taliban haben dafür die Verantwortung übernommen.

Die großen Taliban-Führer und separat der afghanische Präsident wollten sich am Sonntag heimlich mit mir im Camp David treffen, ohne dass es für fast jeden bekannt war. Sie kamen heute Abend in die Vereinigten Staaten. Leider haben sie, um Druck aufzubauen, einen Angriff in Kabul zugegeben, bei dem einer unserer Soldaten und 11 weitere Menschen getötet wurden. Ich habe das Treffen sofort abgesagt und die Friedensverhandlungen abgebrochen. Welche Art von Menschen würden so viele töten, um ihre Verhandlungsposition scheinbar zu stärken? Das taten sie nicht, sie machten es nur noch schlimmer! Wenn sie sich während dieser sehr wichtigen Friedensgespräche nicht auf einen Waffenstillstand einigen können und sogar 12 unschuldige Menschen töten, dann haben sie wahrscheinlich nicht die Macht, eine sinnvolle Vereinbarung auszuhandeln. Wie viele Jahrzehnte sind sie noch bereit, zu kämpfen? 

Die seit Monaten laufenden Friedensgespräche sind somit abermals ins Stocken gekommen, aber gleichzeitig hat Trump klargemacht, dass das nicht die geeigneten Mittel sind, ihn zu überzeugen.

Die Friedensgespräche laufen schon länger und jetzt hoffte man eventuell, zu einem Deal zu kommen, zumal der Jahrestag zum 11. September 2001vor der Tür steht und Friedensgespräche inzwischen wohl von beiden Seiten gewünscht werden.

Es gehört zu Trumps Wahlversprechen, den Krieg in Afghanistan zu beenden. Was Obama zwar auch versprochen, aber nicht geschafft hat, soll endlich in die Tat umgesetzt werden und zunächst sollten die Truppen in der Region halbiert werden.

Der derzeitige afghanische Präsident, Aschraf Ghani Ahmadsai, lebte in den 80er und 90er Jahren, zusammen mit seiner Frau Rula, einer Christin mit libanesischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft, in den USA. Rula unterstützt ihren Mann im Wahlkampf und als er sie in einer Rede lobend erwähnte, war das ein Tabubruch in dem von Männern dominierten Land.

Die afghanische Bevölkerung rechnet mit weiteren Anschlägen, da die Taliban nun herausgefordert wären, noch mehr Stärke zu demonstrieren, zumal im September Neuwahlen anstehen und die Bevölkerung im Vorfeld bereits gewarnt wurde, dass jeder, der sich daran beteiligt, Opfer einer Attacke werden könnte.

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