Trump und die dritte Amtszeit

1387
Teilen

Es wäre besser, er hätte noch eine dritte Amtszeit, erklärte der amerikanische Präsident, Donald Trump, am Montag in North Carolina anlässlich einer Wahlrede. Die Halle war, wie immer, übervoll und draußen standen Tausende, die nicht hereinkamen. YouTube macht es möglich, dass die ganze Welt zuhören und zusehen konnte, denn etliche amerikanische Kanäle brachten es live.

Während Joe Biden, der Top-Kandidat der Demokraten für den Präsidenten-Job, gerade mal eine Turnhalle füllt, ähnlich wie Hillary Clinton 2016, reisen die Menschen von überall her an, um Trump live zu sehen. Die Stadien und Kongresshallen, die angemietet werden – kostenlos für die Besucher – sind niemals groß genug. Tausende müssen draußen bleiben und verfolgen während der Rally meist auf dem Public Viewing Screen den Auftritt.

Beide Kandidaten, für die Trump hier in den Wahlkampf zog, wurden gewählt. Rechts unten im Bild sieht man die Menschen, die nicht mehr in die Halle kamen und deshalb draußen bleiben mussten. Viele reisen bei solchen Veranstaltungen bereits 48 Stunden vorher an, um ganz vorne in der Reihe zu stehen und eingelassen zu werden.

Weltweit schauen die Menschen zu und obwohl er gerade eben erst wieder gesagt hat, er sei nicht der Präsident der Welt, sondern lediglich der Präsident der Vereinigten Staaten, ist er auch ihr Hoffnungsträger für eine freie Welt.

Trump ist immer für eine Überraschung gut. Seine Vorträge sind eine Mischung aus harten Fakten, die darin bestehen, dass er aufzeigt, was bereits alles während seiner Amtszeit erreicht wurde – ganz das Gegenteil zu seinen Vorgängern, wie er immer wieder betont – und kleinen Anekdoten, mit denen er die Stimmung auflockert.

Noch nie hat er auf einer Wahlveranstaltung vergessen, darauf hinzuweisen, dass die liberale Opposition gemeinsame Sache mit den Medien macht, die er Fake News nennt.

Die Medien, als das Sprachrohr der Demokraten, seien in deren Hand und wäre es anders und man würde die Wahrheit über ihn berichten, dann würden seine Umfragewerte wesentlich besser sein. Die wahren Feinde des Volkes sei die Presse, denn sie würden die Wahrheit verschweigen und die Lüge berichten.

Trump ist wie ein Jongleur, der genau weiß, wann er den Ball hochwerfen und wann er ihn fangen muss.

Er ist als Meinungsmacher ein Alleinunterhalter, der die verfügbaren sozialen Netzwerke brillant nutzt, um sich Gehör zu verschaffen.

„Das habe ich nie so gesagt, das ist Fake News.“

Und dann schreibt er, wie es wirklich war.

Es ist der Kampf des David gegen Goliath, den Riesen, den er mit einem gezielten Schuss aus seiner Schleuder niederstreckte.

Trump schleudert auch. Geschickt, mit klugen Worten, die nur der Dumme für dumm hält, da er den Sinn dahinter nicht versteht.

Er spricht sehr direkt und manchmal auch in Rätseln. Es sind genau diese eher verschlüsselten Nachrichten, über die viele stolpern, die jedes Wort auf die Waagschale legen und darüber nicht den Sinn erkennen.

Nachdem er sowohl 2017 als auch 2018, jeweils im April, durch angebliche Giftgasattacken, die zumindest zum Teil mit Schauspielern nach Drehbuch aufgenommen wurden [die Videos dazu waren lange Zeit online einsehbar], gezwungen war, in Syrien einzugreifen, sagte er 2019, dass es diesmal definitiv keine Giftgasattacken geben würde. Laut, deutlich und mit ernstem Nachdruck.

„That I can tell you!“

Wie konnte er das wissen? Wahrscheinlich gar nicht. Seine Gegner, die so gerne wieder Krieg spielen würden, kennen aber nur dieses eine Muster: Giftgas, deshalb muss Amerika eingreifen. Was Trump im zweiten Jahr seiner Amtseinführung sagte, war schlicht und einfach: Ich mache das diesmal nicht mehr mit. Ihr könnt mich nicht mehr damit erpressen. Ich habe euch durchschaut.

Das war gut, denn diese Aussage zeigte, dass Goliath bereits geschwächt war und Trump hat damit in einem einzigen Satz, ohne den Namen zu nennen, gezeigt, dass er Bescheid weiß.

Über seine Amtszeit verteilt, sprach Trump immer wieder davon, wie bedauerlich es sei, dass er nach nur zwei Amtszeiten aufhören müsse.

So hat er laut darüber nachgedacht, länger zu bleiben, was einige, wie Bill Maher und auch Michael Cohen, dazu veranlasste, zu spekulieren, dass er sich weigern würde, das Weiße Haus zu verlassen, selbst wenn er die Wiederwahl verliert.

„Xi Jinping ist jetzt Präsident auf Lebenszeit“, sagte Trump im vergangenen Jahr in Bezug auf den chinesischen Präsidenten. „Und schaut, das hat bei ihm geklappt.  Vielleicht sollten wir es auch eines Tages versuchen.“

Im April scherzte Trump, dass er „mindestens 10 oder 14 Jahre im Amt sein würde“.

Und jetzt gerade, in North Carolina, hat er es wieder getan. 2026 gäbe es die FIFA Soccer-Weltmeisterschaft in den USA und das wäre doch eine dritte Amtszeit  wert. Seine zweite, mit der er offenbar fest rechnet, würde ja nur bis 2024 gehen.

Die Menge jubelte. Trump meinte, er macht nur Spaß, aber irgendwie glaubt ihm das kaum einer. Auch die Medien nehmen es wieder bierernst zur Kenntnis und halten ihn für verrückt, wenn er solche Dinge sagt. Sie erkennen nicht, wie sehr sie daneben liegen, denn es ist ihrer Meinung nach nicht präsidial, derartige Scherze zu machen. Überhaupt ist Trump für sie kein echter Präsident. Er kann sich nicht benehmen, sagen sie immer wieder.

Die liberale Politkonkurrenz steckt dann gerne die Köpfe zusammen und überlegt, wie man ihm aus dieser oder jener Äußerung einen Strick drehen könnte. Sie finden ja nichts, was sie sonst gegen ihn verwenden könnten.

Nach nunmehr drei Jahren intensivster Suche nach dem Haar in der Suppe ging jeder Schuss nach hinten los und traf sie selbst.

Jeder einzelne verzweifelte Versuch, Trump aus dem Oval Office zu jagen, war ein Bumerang, der zu ihnen selbst zurückkam.

Trump ist in diesem Spiel der Werfer und er täuscht die Naiven, die lediglich die Worte hören, sie aber nicht verstehen. Aber genau das ist offenbar seine Absicht.

Hier bestärkt er die Medien in ihrer Panik, dass er auf diktatorische Weise das Oval Office nie verlassen würde. Sie haben es für bare Münze genommen, während alle anderen darüber lachten. Er bleibt für immer, sagt der kleine Clip oben drüber.

Der Mann hat jedenfalls Humor, was man von seinen stocksteifen Politkollegen nicht behaupten kann.

Nicht alle Menschen verstehen Spaß. In dieser Gesprächsrunde ist es nur einer. Die anderen lachen herzhaft und freuen sich, einen Präsidenten zu haben, der trotz aller Häme seinen Humor noch nicht verloren hat.

Die meisten Medien werden das nicht verstehen: Aber der Mann macht manchmal einfach nur Spaß. Der ist ja nicht nur Präsident, sondern auch ein ganz normaler Mensch mit echten Gefühlen und manchmal sitzt ihm eben der Schalk im Nacken. Etwas, was man in der Politgesellschaft lange suchen muss.

Eine große Ausnahme. Gott sei Dank!

Beitragsfoto

© Das Copyright liegt beim Verfasser des Artikels.