Justizminister Barr: Es gibt Neues zum Fall Epstein

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Auch nach seinem Tod haben die Bundes-Staatsanwälte in New York die Vorwürfe gegen Epstein weiter untersucht. Justizminister Barr sagte in einem Interview, er würde Anklage gegen jeden zu erheben, der in diesen Fall verwickelt sei. Er erklärte gegenüber der Associated Press, dass die Ermittler in diesem Fall gute Fortschritte machten.

„Sie treiben die Dinge definitiv voran. Ich sage nur, dass gute Fortschritte erzielt werden, und ich bin zuversichtlich, dass es in relativ kurzer Zeit greifbare Ergebnisse geben wird.“


Barr meinte, er habe inzwischen Videomaterial gesichtet, aus dem hervorgehen würde, dass niemand Epsteins Zelle betreten habe und deshalb davon auszugehen sei, dass er tatsächlich Selbstmord begangen habe. Er gibt den Wachen die Schuld, die nicht, wie vorgesehen, alle 30 Minuten nach Epstein gesehen haben, sondern stattdessen schliefen oder im Internet surften. 
Als sie ihm morgens das Frühstück bringen wollten, soll Epstein bereits nicht mehr ansprechbar gewesen sein.

Die beiden Bewacher, Tova Noel und Michael Thomas, wurden inzwischen wegen Fälschung von Aufzeichnungen angeklagt, da sie ihre Untätigkeit verschleiern wollten.

Das Justizministerium untersucht immer noch die Umstände, die zu Epsteins Tod geführt haben, einschließlich der Gründe, warum er keinen Zellengenossen bekommen hat. Der, den er hatte, war am Tag zuvor verlegt worden. Barr:

„Ich denke, es war wichtig, einen Mitbewohner bei sich zu haben, und wir untersuchen, warum dies nicht der Fall war. Ich denke, dass es sich um ein Fehlversagen handelte. Die Systeme, die dies sicherstellen, wurden nicht befolgt.“

Jeffrey Epstein ist ein seit 2008 verurteilter sexueller Straftäter und Pädophiler. Er sollte unter anderem wegen Kinderhandel, Unzucht mit Minderjährigen und Prostitution von Kindern angeklagt werden. Seine Kunden waren die Schönen, die Reichen und die Mächtigen, die weltweit in einem seiner über den Globus verteilten Etablissements seine Vermittlerdienste in Anspruch nahmen.

Epsteins Tod wirft trotz Barrs Aussage immer noch viele Fragen auf. Barr räumte ein, dass er selbst anfangs nicht sicher war, ob die Dinge wirklich so passiert sind, wie berichtet wurde. Aber das hätte sich nun durch die Ermittlungen geändert und er möchte damit gewissen „Verschwörungen“ – man könnte es eigentlich auch Vermutungen nennen, so wie früher – ein Ende bereiten.

Epstein selbst hat Tage vor seinem Tod sein Vermögen gesichert und somit dem Staat wahrscheinlich den Zugriff verwehrt, aber natürlich auch die „Gerüchteküche“ angeheizt.

Die Vermutungen gehen in verschiedene Richtungen, da man ja nichts wirklich weiß, aber auch kein Vertrauen mehr in „offizielle Mitteilungen“ hat. Deshalb: Ob nun tot oder nicht, ob durch eigene Hand oder durch andere – dieses Szenario hat die Möglichkeit eines Prozesses, an dem Prominente beteiligt gewesen wären, beendet und somit auch die Möglichkeit der zahlreichen Opfer, Gerechtigkeit zu erfahren und erschwert es ihnen, mit dem persönlichen Missbrauch endgültig abzuschließen. Das hat auch Prinz „Scheinheilig“ Andrew in einem kürzlichen BBC-Interview bedauert.

Allerdings soll das FBI anlässlich einer Durchsuchung von Epsteins Villa in Manhattan und auch auf seiner Insel fündig geworden sein. Die Rede ist von Videomaterial, das die Täter mit ihren Opfern in eindeutigen Situationen zeigt.

Sollte dieses Material vor Gericht anerkannt werden, oder sollte einer der Mitwisser über sich hinauswachsen, das Richtige tun und aussagen, was er weiß, dann wäre das ein Neubeginn, der die Chance hat, eines der größten Pädophilen-Netzwerke unserer Zeit zu enthüllen.

DM

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