Wahlkampf mit Donald Trump: Er nimmt mal wieder kein Blatt vor den Mund

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Heute Nacht gab es wieder eine Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump. Diesmal war er in Ohio. Relativ schnell kam er nach der Begrüßung auf das Thema zu sprechen, das derzeit wohl immer noch sehr viele interessiert: Wie war das wirklich mit der Tötung des Generals der Revolutionsgarde, Qasem Soleimani?

Es lohnt sich, das beigefügte Video anzuschauen, auch wenn man kein Englisch kann. Man sieht hier keinen alten Greis, wie bei den Präsidentschaftskandidaten Bernie Sanders oder Joe Biden, sondern einen quicklebendigen, äußerst fit wirkenden Präsidenten, der auch mit 73 Jahren noch ein junges Publikum fesseln kann. Beim Erzählen bewegt sich nicht nur der Mund, sondern der ganze Körper erzählt mit, authentischer geht es kaum noch.

So erzählte er zunächst das, was wir bereits wissen:  Letzte Woche seien durch das Ausschalten des Generals der Revolutionsgarde die Leben von vielen Amerikanern gerettet worden und es sei der Gerechtigkeit Genüge getan worden. Über viele Jahre habe dieser „sadistische Massenmörder“ Qasem Soleimani viele 1000 Soldaten und Hundertausende von Menschen exekutiert und verwundet, sowie amerikanische Ziele attackiert. Er habe Tod, Zerstörung und Chaos im Mittleren Osten und darüber hinaus verbreitet

Er habe auch den gewalttätigen Anschlag auf die amerikanische Botschaft in Bagdad angeordnet und man habe sehen können, dass das anders war als Bengasi.

„Es war anti-Bengasi. Wir sind dort sehr schnell gewesen. Das ist das genaue Gegenteil. Wir haben genau das Gegenteil von Bengasi getan, als sie dort so spät eintrafen. Alles was sie Tage später dann noch sahen, waren glühende Asche von den Tagen zuvor. Das war alles. Wir sind dort sehr früh eingetroffen. Ich habe gesehen, was da los war und dass das ein zweites Bengasi sein würde, wenn sie es geschafft hätten, durch die letzten Glasplatten durchzustoßen.  Wenn sie es geschafft hätten, dann hätte es entweder Hunderte von Toten oder aber so viele Geiseln gegeben.“

Am 11. September 2012, als Hillary Clinton Außenministerin war, überließ Hillary Clinton vier amerikanische Botschaftsangehörige, die hätten gerettet werden können, in Bengasi eiskalt ihren Mördern. Sie starben unter unvorstellbaren Folterqualen. Dem Botschafter wurden die Genitalien abgeschnitten und er wurde nackt durch die Straßen geschleift. Unter Frau Clintons Verantwortung wurden die Rettungsmannschaften zurückgehalten, die bereits startklar waren.

„Europa wird schwarz werden, denn wir waren der Schutzwall“, sagte Gaddafi, nachdem Clinton Libyen zerstörte.

Ein zweites Bengasi sei verhindert worden, denn er habe sogleich die Generäle angerufen und dafür gesorgt, dass sofortige Hilfe eingetroffen ist.

Einer der Generäle habe vorgeschlagen, erst am nächsten Tag vorbeizuschauen, aber er habe den Befehl gegeben, dass es sofort sein müsste. Und so kamen sie noch rechtzeitig an. Glücklicherweise.

Soleimani soll es gewesen sein, der die kürzlichen Raketenangriffe befohlen habe, die vier amerikanische Soldaten schwer verwundet, sowie einen amerikanischen Bürger getötet haben. Das Ganze sei passiert, kurz bevor er selbst getroffen wurde.

Soleimani habe neue Attacken geplant und die Ziele wären dann Botschaften gewesen und nicht nur die Botschaft in Bagdad.

Das sei nun verhindert worden, denn sie hätten ihn schnell und ohne Vorwarnung gestoppt. Trump erklärte, dass auf seinen Befehl hin das Militär der Vereinigten Staaten Qasem Soleimani eliminierte und seinen Amoklauf durch die ganze Welt beendet habe. Er sei ein schlechter und blutrünstiger Mensch gewesen, aber das sei jetzt vorbei, denn nun sei er tot.

Die linken Demokraten wären völlig außer sich wegen des Ausschaltens dieses furchtbaren Terroristen.

Stattdessen sollten sie lieber entrüstet sein über dessen schreckliche Taten und die Tatsache, dass seinen unzähligen Opfern für so lange Gerechtigkeit verwehrt geblieben sei.

Wenn man verwundete Veteranen sähe, denen ein Arm oder ein Bein fehle, dann wäre es mit großer Wahrscheinlichkeit Soleimani gewesen, mit seinen Roadside Bomben. Nun sei er weg und das sei eine gute Sache.

Bernie Sanders, der verrückte Bernie, würde das Militär dafür verurteilen, dass es dem Befehl gefolgt ist.

Da sei ein Mann, der Menschen überall abschlachten würde und da gäbe es Bernie und Nancy Pelosi die sagen würden:

Wie wagen Sie es, ihn auf diese Weise auszuschalten. Sie brauchen dafür die Erlaubnis des Kongresses. Sie müssen erst zu uns kommen und uns mitteilen, was Sie vorhaben. Damit wir die Fake News anrufen und ihnen das erzählen können.

Auf die Presse zeigend: Da oben gibt es eine Menge Korruption, Leute. (Jubel und USA-Rufe).

Trump erklärt nun, wie lächerlich das sei. Es müsste ja ein Termin gemacht werden, bei dem die Entscheidung getroffen werden könnte. Das wäre normalerweise erst Tage später.

So aber habe er einen Anruf erhalten, sie wussten, wo er sich gerade aufhält und es musste sofort eine Entscheidung getroffen werden. Es wäre gar nicht möglich gewesen, Nancy anzurufen, es musste alles schnell gehen.

Könnt ihr euch vorstellen, den betrügerischen Adam Schiff anzurufen? Er ist solch ein Lügner. Shifty Schiff, wir haben den meistgesuchten Terroristen, der viele Tausend Menschen getötet hat, wir hätten gerne einen Termin für ein Treffen, damit wir seine Exekution besprechen können.

Schiff: Oh, ich kann diese Woche aber gar nicht, weil ich gerade versuche, Trump des Amtes zu entheben, obwohl er nichts falsch gemacht hat. (Lachen)

Nun erinnert Trump daran, dass Pelosi nicht in der Lage ist, die Anklagepunkte dem Senat zu übergeben, damit das Verfahren offiziell in Gang gesetzt werden kann.

Es ist nur normal, dass er das drohende Impeachment-Verfahren immer wieder anspricht, solange die Presse nicht neutral darüber berichtet, sondern es so aufbauscht, als hätten die Möchtegern-Ankläger haarsträubende Dinge herausgefunden. Etwas, was anderen Ermittlern in mehr als drei Jahren nicht gelungen ist.

Trump erzählt weiter, Schiff sei ein großer geheimer Informant. Er würde Interna an CNN weitergeben. Dann stünde bei CNN als Headline: Breaking News – Präsident Trump wird in den nächsten 20 Minuten den Terroristen-General Soleimani unschädlich machen.

Aber das hätte schon 1979 passieren sollten.

Zweiundfünfzig amerikanische Diplomaten und Bürger wurden vom 4. November 1979 bis zum 20. Januar 1981 444 Tage lang als Geiseln gehalten, nachdem eine Gruppe iranischer Studenten, die zu den muslimischen Studenten-Anhängern der Imam-Linie gehörten, welche die iranische Revolution unterstützten, die US-Botschaft in Teheran übernommen hatten. 1979 wurde der Schah gestürzt, der in die USA flüchtete, um sich dort medizinisch behandeln zu lassen. Er hatte Krebs. Die Amerikaner wiesen das Auslieferungsbegehren der Iraner ab. Im selben Jahr kehrte Ajatollah Ruhollah Chomeini aus dem Exil in Frankreich in den Iran zurück. Er übernahm die Führung der Revolution und war danach bis zu seinem Tod im Jahr 1989 iranisches Staatsoberhaupt.

Mit einem Blick auf die anwesenden Journalisten meinte Trump, heute Abend wären sehr viele sehr schlechte Medien anwesend. Er würde einen Guten sehen und einen, den er krank nannte. Es gäbe auch gute Journalisten aber diese hier, am heutigen Abend, wären sehr schlecht. Obwohl sie die Wahrheit kennen, würden sie alles verdrehen, lügen, und dann bekämen sie dafür den Pulitzer Preis. Diese Auszeichnung sei inzwischen bedeutungslos.

Das gleiche gelte für den Friedensnobelpreis. Er selbst habe ein Land gerettet und nun würde der Führer des Landes den Friedensnobelpreis bekommen. Er habe auch einige große Kriege verhindert. Unter seiner Administration würde man niemals zögern, das Leben von Amerikanern zu verteidigen, da gäbe es keine Entschuldigungen. Und niemals würde man aufhören, den radikalen islamischen Terrorismus aufzuhalten.

Mit einer Handbewegung in Richtung seiner Zuschauer erklärte er, dass es nicht er sei, sondern dass sie alle das erreicht haben. Normalerweise fügt er hinzu, dass das alles dadurch möglich sei, weil sie ihn und nicht seine damalige Konkurrentin, Hillary Clinton, gewählt haben.

Es habe noch nie eine Bewegung wie diese gegeben. Draußen würden viele Tausend Menschen stehen, die keinen Platz mehr in der Arena gefunden haben.

Hier ist die ganze Rede im Original

Es sei anders, größer als 2016.

Damals habe er gesagt, was er machen würde und heute würde man sehen, dass er Wort gehalten hat und sogar noch mehr getan hat, als er versprach.

Insbesondere nennt er hier die Space Force, die sich vorgenommen hat, den Weltraum zu erobern und das Right to Try, das Ärzten erlaubt, für Patienten, die ansonsten keine Chance hätten, Medikamente zu verschreiben, die noch nicht gänzlich ausgetestet wurden. Dazu gehört insbesondere auch Cannabis.

Es folgte die Erinnerung an seine bisherigen Errungenschaften, wie bisher ausgehandelte Verträge und warum man ihn weniger mag als Obama: Weil der ein Weichei sei und alles durchgehen ließ. Er habe schreckliche Verträge abgeschlossen, hört man immer wieder von ihm. Aber sie seien gut gewesen für die anderen.

Trump gilt als harter Verhandlungspartner und sein System scheint zu wirken, denn kaum etwas klappt nicht. Nur im eigenen Land gibt es immer wieder Probleme mit einem unbeweglichen Kongress, der es nicht schafft, Teile der angekündigten Agenda in trockene Tücher zu bekommen.

Sie seien zu sehr damit beschäftigt, ihn loswerden zu wollen und würden zu wenig im Sinne des Volkes arbeiten. 

Donald Trump, energiegeladen und kein bisschen am Boden wegen eines drohenden Impeachment-Verfahrens, schläft maximal fünf Stunden in der Nacht, oft nur drei oder vier sagte einmal sein Butler, als er noch im Trump Tower wohnte.

Sieht so ein Mann aus, der die Wahl 2020 gewinnen wird?

Die meisten Amerikaner meinen Ja. Und selbst die ihm nicht gewogene Presse schreibt es bereits öffentlich: Die anderen Kandidaten haben kaum eine Chance. Trump ist zu stark. Trotz oder vielleicht sogar wegen eines völlig sinnlosen Impeachments, das er offenbar wieder einmal zu seinen Gunsten wenden konnte.

Die Verlierer sind – wie immer – die Demokraten, die weiterhin kopflos voranpreschen. Inzwischen merken viele, dass hier etwas nicht stimmt. Denn die haben immer noch keinen wirklichen Grund gefunden, deshalb sind die Anklagepunkte (Machtmissbrauch und Missachtung des Kongresses) absolut lächerlich und nicht haltbar, weil an den Haaren herbeigezogen.

„It’s dead on arrival“, sagte Senator Lindsay Graham, bestätigt durch den, der das Verfahren vor dem Senat leiten wird, Mitch McConnell.

Nein, das wird nichts werden. Jeder weiß das. Nur die Demokraten offenbar nicht, die inzwischen verzweifelt nach weiteren Anklagepunkten suchen. Mehr als drei Jahre wurde gegen Trump ermittelt, nichts wurde gefunden. Aber die nächsten Wochen soll sich das noch ändern? Wir wundern uns.

Aber wer weiß, vielleicht haben sie ja noch ein As im Ärmel.

Vielleicht einen neuen Whistleblower, einen geheimen, den man nicht zeigen muss, weil man inzwischen die Regeln zum Impeachment geändert hat. Den großen Unbekannten, der er auch bleiben darf, aber die, denen er angeblich Unglaubliches über den Präsidenten berichtete, die dürfen das weitergeben.

Die Basis einer Amtsenthebung eines Präsidenten der USA ist zum ersten Mal eine Aussage, die auf Hörensagen beruht. Jemand hat also etwas gesagt, was man nicht nachweisen kann, aber der, welcher dazu gehört wird, dieser Wichtigtuer, hat nun die Macht, den höchsten Mann des Landes abzusetzen. Denn natürlich haben die „cleveren“ Möchtegerns daran gedacht und schnell einmal die Gesetze geändert.

Hörensagen geht jetzt.

Die nächste Änderung steht auch schon an. Trump darf dann nicht mehr ohne Rücksprache einen Terroristen entfernen, der sich gerade auf dem Weg nach Bagdad befindet. Er muss dann schon die paar Tage abwarten, bis der Kongress sich einfindet und nach endlosen Debatten entscheidet. Bis dahin steht die nächste Botschaft in Flammen. Aber das scheint gewissen Politikern egal zu sein.

Noch ein Jahr, dann wird Trump mit großer Wahrscheinlichkeit das Haus zurückgewonnen haben und all dieser Unsinn wird von republikanischer Seite wieder neutralisiert werden. 

Was für ein Theater!

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