Trump zum Truppenabzug: Jedes Land sollte sich selbst verteidigen können

597
Teilen

Ende Oktober 2019 hörte man zum ersten Mal, dass die USA ernsthaft daran denke, Truppen aus Deutschland abzuziehen.

Audio

Jetzt auch als Video

Das geriet eventuell etwas in Vergessenheit, denn nun, da Donald Trump, ankündigte, dass er ungefähr 9.500 Soldaten nach Hause holen wird, sind plötzlich alle überrascht. Vor einigen Tagen bereits sickerte durch, dass es nun wohl so weit sei und die deutsche Regierung tat sehr überrascht. Sie habe noch nichts davon gehört.

Wie auch. Es war noch nicht offiziell.

Diese Nachricht ist durchgesickert, wie so vieles in der Trump-Regierung, wo in der Vergangenheit sogar aus den höchsten Positionen von FBI und Justizministerium heraus Nachrichtenblätter über Dinge unterrichtet wurden, die sie nicht hätten wissen dürfen. Es war also bisher nur ein Gerücht.

Nun wurde es offiziell bestätigt. Donald Trump meinte dazu:

„Wir schützen Deutschland und sie sind delinquent. Das macht keinen Sinn. Wir werden die Zahl der Soldaten auf 25.000 reduzieren.“ Die Entsendung von Truppen würden „enorme Kosten für die Vereinigten Staaten“ mit sich bringen.

Ungefähr 35.500 Soldaten befinden sich derzeit in Deutschland, dazu kommen noch einige Tausend Militärbedienstete. 2004 beherbergte Deutschland noch die doppelte Anzahl von Soldaten. Also 70.000. Truppenbewegungen gab es also schon immer.

Das, was jetzt passiert, ist also durchaus nicht neu.

Dass alle auch so überrascht und entsetzt getan haben, als die Truppen zum Beispiel unter Bush dezimiert wurden, konnten wir nicht feststellen. Ganz im Gegenteil – als Bush meinte, der Schutz Europas würde ihm zu teuer werden, hatte man dafür Verständnis. Nur bei Trump, der jede seiner Handlungen auf die Waagschale gelegt bekommt, befindet man für nicht gut, was man bei anderen vielleicht sogar schätzte.

Dass ein unter Obama bestellter früherer Kommandeur der amerikanischen Truppen, Ben Hodges, Trump wegen des Truppenabzugs kritisiert, ist bei der Art und Weise, mit der jeder glaubt, in Trumps Regierungsstil reinreden zu können, eher normal. So spricht der, laut Tagesspiegel, von einem großen Fehler, den Trump begehen würde.

Nun muss man wissen, dass die früheren Truppen ja nicht nur zur Verteidigung Deutschlands oder Europas bereit standen, sondern dass Deutschland, nicht zuletzt aufgrund seiner zentralen Lage, ein Drehkreuz und wichtiger strategischer Punkt für die zahlreichen Kriege der Amerikaner waren, um rasch gewisse Kriegsziele im Nahen Osten erreichen zu können und die Truppen mit Nachschub zu versorgen.

Es gibt allerdings keine Kriege mehr.

Dieser Faktor fehlt in jeder der Berechnung der heutigen besserwissenden „Experten“, sicherlich nicht aber in der von Trump. Er hat nicht vor, Kriege zu führen und nicht nur hier hat man ihn von Anfang an falsch eingeschätzt, als jemand, der so unberechenbar sei, dass man ihn keinesfalls an den „roten Knopf“ lassen könne. Michael Moore, ein Sanders-Unterstützer, einer von jenen, die diese Angst kolportieren, war offenbar selbst davon besessen. Er bezeichnete Hillary Clinton 2016 zwar als „warmonger“ – eine Kriegstreiberin, wählte sie aber trotzdem, da sie ihm ungefährlicher zu sein schien.

Ist Trump also wirklich „ohne Konzept für Truppenabzug“, wie der Tagesspiegel behauptet?

Abgesehen davon, dass bisher noch kein amerikanischer Präsident in dieser respektlosen Weise von der ausländischen Presse behandelt wurde, ist davon auszugehen, dass Trump durchaus weiß, was er tut. Die Erfolge der letzten dreieinhalb Jahre haben das hinreichend gezeigt.

Der Focus spricht sogar von einer Drohung und meint: „… wie kann die Bundeskanzlerin auf Trumps Drohung reagieren, ohne sich erpressen zu lassen und gleichzeitig nicht deutsche Wirtschafts- und Sicherheitsinteressen zu gefährden?“

Das ist Augenwischerei und ein gefährlicher Bias, dem so mancher entnehmen könnte, dass Trump nicht nur droht, sondern auch daran schuld sein könnte, dass unsere Wirtschaft derzeit am Boden liegt. Jeder sollte wissen, dass das ganz allein die Corona-Maßnahmen geschafft haben, die offenbar nun auf Biegen und Brechen auch noch aufrecht erhalten werden sollen, bis die Bevölkerung durchgeimpft werden kann. Die Impfdosen sind bereits bestellt.

Darüber regt sich niemand auf.

Man könnte auch einen völlig anderen, neutralen Blick auf diesen Truppenabzug werfen.

Als Ende letzten Jahres zum ersten Mal ernsthaft von einer Reduzierung der Truppen die Rede war, da führte Trump die Friedensgespräche mit Afghanistan.

Lesen Sie mehr dazu hier:

Überraschungsbesuch in Afghanistan – Trump führt Friedensgespräche mit Präsident Ashraf Ghani und den Taliban

Einen Monat vorher schon regte sich RND darüber auf, dass er „Hals über Kopf“ die Truppen aus Syrien abziehen würde.

Immer wieder versucht man, Trump unbedachtes Handeln aus dem Affekt heraus anzulasten. Solche Nachrichten bringen nur die eigene Unkenntnis zutage.

Ein weltweiter Truppenabzug ist eines der Wahlversprechen, die Trump gegeben hatte.

Natürlich waren einige Militärs darüber nicht gerade begeistert, weil sie sich immer noch als die Weltpolizei sehen, die sich überall einzumischen hat.

Trump hat oft genug klar und deutlich gesagt, dass er da nicht mitspielt. Es hilft, diesen Präsidenten zu verstehen, indem man sich mit seiner Agenda ein wenig auseinandersetzt. Dann sieht man, dass er genau das macht, was er vor Jahren bereits angekündigt hatte.

Man stelle sich eine Liste vor, die er nach und nach abarbeitet und dann ein Häkchen dran macht: Erledigt!

Lesen sie mehr dazu hier:

Nein, Donald Trump will nicht Weltpolizei spielen. Aber er muss.

Da Deutschland nicht das einzige Land ist, das seine Verpflichtungen gegenüber der Nato nicht erfüllt, ist es eher unwahrscheinlich, dass hier deshalb ein Exempel statuiert wird. Der Konflikt geht sicherlich tiefer, denn bereits nach 2015 griff Trump die Kanzlerin scharf an, die seiner Meinung nach Deutschland zugrunde richtet.

Es heißt inzwischen, die Bundeskanzlerin sei nicht ganz unschuldig an dieser Sache und glaubt, ein Stein des Anstoßes dürfte sein, dass Frau Merkel Trumps Einladung zum NATO-Gipfel ausgeschlagen hat. Wegen Corona.

Hier stellt man Trump in die Schmollecke und bezeichnet ihn als jemanden, der, leicht beleidigt, gleich mit massiven Restriktionen gegen Staaten vorgeht, sobald ihm eine Laus über die Leber läuft.

Trump bemängelte zwar öffentlich, dass Merkel ihren Verpflichtungen nicht nachkommen würde, die fälligen zwei Prozent zum NATO-Haushalt beizutragen. Die Amerikaner würden den großen Batzen tragen und etliche europäische Länder würden sich zwar gerne von den Amerikanern schützen lassen, aber einfach nicht ihren Verpflichtungen nachkommen, zu zahlen, aber er sagt ja gleichzeitig: Andere Länder zahlen auch nicht.

Dass Deutschland also die geforderten zwei Prozent zum NATO-Haushalt nicht zahlt, ist also kaum die Ursache. denn die Begründung ist wahrscheinlich eher in seiner lange angekündigten Agenda des bereits vor Jahren versprochenen weltweiten Abzugs der Soldaten zu sehen.

Warum dann jetzt?

Nun scheint die Zeit reif zu sein. Irak, Syrien, Afghanistan – überall durften die Soldaten nach Hause, genau so, wie Trump es vor vier Jahren angekündigt hatte.

So ist es absolut nicht verwunderlich und keiner muss aus allen Wolken fallen, wenn nun Europa dran ist.

Dass Europa lernen muss, sich selbst zu verteidigen, meinte Trump nicht erst 2016 vor der Wahl, wo er meinte, dass jedes Land in der Lage sein sollte, sich selbst zu verteidigen.

Es könnte also auch ein Erziehungsauftrag sein, den er hier wahrnimmt, um sowohl die Staaten als auch die USA aus der gegenseitigen Abhängigkeit zu lösen. Trump selbst war noch nie ein großer Freund der NATO. Eventuell plant er einen langsamen Ausstieg.

Derzeit ist die Situation in den USA alles andere als sicher.

Nach den Demonstrationen wegen der Corona-Maßnahmen gibt es nun Ausschreitungen der BLM (Black Lives Matter), die sich inzwischen sechs Blocks in Seattle gesichert haben, um dort als Autonome selbst zu regieren.

Die nächste Präsidentschaftswahl steht kurz bevor und es könnte zu noch mehr Ausschreitungen kommen, da jetzt auch die bekannten anti-Trump Proteste wieder beginnen könnten.

Der Zeitpunkt, einige Truppen nach Hause zu holen, scheint demnach ideal zu sein, denn niemand weiß, wie sehr sich diese innenpolitischen Konflikte weiterhin gestalten werden.

Aber die Russen …

Offenbar hat Trump, im Gegensatz zu manchem unserer Politiker, keine Bedenken, dass die Russen nun die Situation für sich nutzen und in Deutschland einfallen könnten, denn die Beziehung zu Putin ist wahrscheinlich besser, als man offiziell zugeben möchte. Im Herbst soll Putin wieder auf dem G7-Gipfel erscheinen, aus dem Russland 2014 wegen der Annektierung der Krim rausgeworfen wurde. Trump war von Anfang an dafür, dass die Russen dazugehören.

Gerade vor der Wahl muss man damit rechnen, dass die Kritik noch einmal richtig hochkocht und der bei den Medien beliebtere Joe Biden sämtliche Streicheleinheiten bekommt, die man nur (er)finden kann.

„Trump fehlt ein inneres Korrektiv und kritische Leute in seiner Regierung, die ihn vor schweren Fehlern bewahren können,“ heißt es aus Deutschland.

Solche Aussagen gehören in die Kategorie anti-Trump. Es sind Maßregelungen und Bemerkungen, wie man sie – angepasst – im Zeugnis eines Kindes finden könnte. So etwas sollte weder aus der Regierung eines angeblich befreundeten Landes, noch aus einer unserer Universitäten, wie hier der Kölner, kommen.

Es ist kein Wunder, dass die meisten Menschen in diesem Land diesen Präsidenten immer noch für den schlimmsten aller Zeiten halten.

Worte sind manchmal mächtiger als Taten, wenn man ihren Wahrheitsgehalt nicht überprüft. Leider ist auch ein Großteil unserer Jugend nicht mehr sehr kritisch. Wenn schon die Medien nicht mehr die Rolle der vierten Gewalt eines Staates übernehmen, so tut es die Jugend auch nicht. Auch Studenten haben kaum etwas zu kritisieren. Es sind heute mehr die älteren Menschen, die vergleichen können, wie es einmal war, die sehen, wohin die Reise offenbar geht, während die Jugend gegen das Klima, pro BLM und anti-Trump protestiert. 2016 setzen sich die Frauen dazu die lächerlichen rosa Mützchen auf, die als Symbol für die weiblichen Geschlechtsorgane dienen mussten. Schließlich war Trump sexistisch. Das musste man ihm deutlich zeigen.

Trump hat ein großes Land zu regieren und musste von Anfang an die Steine beseitigen, die andere ihm vorsätzlich auf den Weg legen.

Rückenwind bekommt er auch heute nicht und trotzdem hat er offenbar so viel geleistet, dass eine Wiederwahl wahrscheinlich ist. Möge der Weg dorthin friedlich sein und die nächsten Jahre den Frieden bringen, den die Menschen sich wünschen.

Zusätzliche Quellen: QuelleQuelleQuelle 3 Quelle 4

***

Wenn Ihnen unsere Artikel gefallen, dann freuen wir uns über jede, auch die kleinste, Unterstützung, damit wir weitermachen können und danken hier an dieser Stelle allen, die uns dies ermöglichen.

Hier kommen Sie sowohl zur Paypal als auch zur Banküberweisung. 

Vielen herzlichen Dank im voraus!