Lindsey Graham antwortet Ex-Gouverneur der Republikaner, der dazu aufruft, Joe Biden zu wählen

Lindsey Graham lobt Donald Trumps erste Amtszeit und zählt auf, was dieser bisher geleistet hat. Außerdem: Es war die Stimme eines Republikaners, der 2017 verhinderte, dass Trump Obamacare durch ein günstigeres und effektiveres Gesundheitssystem ersetzen konnte.

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Lindsey Graham, Senator der republikanischen Partei und ehemaliger anti-Trumper, der vor Jahren noch kein gutes Haar an seinem neugewählten Präsidenten ließ, ist heute offenbar ein glühender Verfechter von Trumps Politik.

Einen solchen Gesinnungswandel konnte man bereits 2018 zunächst bei der Anhörung von Richter Brad Kavanaugh miterleben, wo sicherlich alle, die seine bisherige Gesinnung kannten, sehr erstaunt waren, mit welcher Leidenschaft er Donald Trumps Nominierung zum Supreme Court unterstützte und verteidigte. Kavanaugh gewann, sicherlich auch mit Grahams Hilfe, den Sitz und wurde sehr knapp als Richter des Obersten Gerichtshofs bestätigt.

Und nachdem sie ihn nach haltlosen Beschuldigungen nicht impeachen konnten, versuchte man es mit Magie. Kein Witz. Leider.

Man könnte manchmal denken, die Welt sei ein Irrenhaus.

Inzwischen ist Graham auch immer wieder ein Puffer, der Angriffe gegen den Präsidenten auffängt und entsprechend zurückschießt.

Vor einigen Tagen stellte er sich vor den Präsidenten, als John Kasich, der ehemalige republikanische Gouverneur von Ohio, in einer Rede auf dem Parteitag der Demokraten bekannt gab, dass er bei der Wahl am 3. November nicht für Donald Trump stimmen würde, sondern für dessen demokratischen Mitbewerber, Joe Biden.

Man darf sich da natürlich fragen: Was macht ein Republikaner auf dem Parteitag der Demokraten?

Aber wie in allen Parteien dieser Welt gibt es Mitglieder, die sich in der Mitte befinden, einige mehr links und andere mehr rechts. Und Kasich gehört wohl zu jenen, die man als RINOs bezeichnen könnte: Republicans In Name Only. Republikaner, aber nur dem Namen nach. Bei den Demokraten heißen sie dann entsprechend DINOs.

Diese Spezies folgt bei Abstimmungen dann oft auch nicht der Meinung der Partei, der sie offiziell angehören, sondern gibt der Opposition die wertvolle Stimme. Auf diese Weise konnte Trump, trotz einer geringen Stimmenmehrheit im Senat, die ersten zwei Jahre nicht auf den Senat zählen, denn einige Senatoren der eigenen Partei fielen ihm immer wieder in den Rücken. Die Senatorinnen Lisa Murkowski, Susan Collins, sowie Senator Mitt Romney gehören auch heute gelegentlich noch zu den Abweichlern.

Ein anderes Beispiel ist der inzwischen verstorbene John McCain, der 2017 gerade aus dem Krankenhaus entlassen worden war, wo er nach eigenen Angaben wegen eines Hirntumors operiert worden ist und der trotz der schweren Erkrankung wenige Tage später nach Washington DC flog, um gegen den Willen seiner Partei mit den Demokraten abzustimmen. Ihm ist zu verdanken, dass die Republikaner unter Trump Obamacare bis heute nicht durch ein besseres Gesundheitssystem ersetzen konnte. Er war das Zünglein an der Waage, das fehlte. Die dritte republikanischer Stimme dagegen.

Am 18. August stellte sich nun John Kasich offiziell auf die Seite von John Biden, den er für den besseren Kandidaten hält, da Donald Trump die Nation spalten würde.

Ob er das ernst meint, geht aus seiner Rede nicht hervor, denn wer Bidens öffentliche Auftritte verfolgt und mit der daraus folgenden Berichterstattung vergleicht, wird eventuell zu einem anderen Ergebnis kommen. Biden tritt nicht erst seit gestern von einem Fettnäpfchen ins andere und selbst dem Mainstream fällt das auf. Kasich übernimmt jedenfalls zu 100% das Narrativ der Trump-Gegner.

Hier ist die gesamte Rede, bei der Kasich sich medienwirksam an einen Scheideweg platzierte.

Kasich fordert also andere Republikaner auf, mit ihm zusammen Joe Biden zu wählen.

Nun kommt Lindsey Graham ins Spiel, der sich seit Jahren immer wieder als „Anwalt der Gerechtigkeit“ erwiesen hat.

Er antwortet Kasich, dessen Argumentation gegen Trump erhebliche Fragen bezüglich seiner Parteizugehörigkeit aufwirft, denn eigentlich bläst er hier ins Horn der Demokraten. Und da kommen zuweilen doch sehr falsche Töne raus. Gerade im Wahlkampf hält man sich noch weniger zurück.

Graham kontert mit Fakten.

Denn Fakten sind die besten Argumente:

Graham: Für den Fall, dass Ihnen das entgangen ist, John Kasich, Präsident Trump hat

  • über 200 konservative Richter ernannt, die vom Senat bestätigt wurden
  • 2 (neue) Richter an den Obersten Gerichtshof gebracht
  • die Steuern gesenkt
  • massive Deregulierungen auf den Weg gebracht
  • hat erreicht, dass die USA nun unabhängig von Energielieferungen ist
  • hat unser Militär wiederaufgebaut
  • ist aus dem Iran-Nuklear-Deal ausgestiegen
  • ersetzte NAFTA durch USMCA
  • verhängte ein Reiseverbot für China zu Beginn der COVID-19-Pandemie
  • erkannte Jerusalem als Hauptstadt Israels an
  • zerstörte das ISIS-Kalifat

  • verhandelte (erfolgreich) ein Friedensabkommen zwischen den VAE und Israel
  • lehnte sich gegen China auf
  • verhindert weitere Karawanen [mit Illegalen, Menschenhändlern, Drogenhändlern] aus Mittelamerika
  • hat Mexiko dazu gebracht, wie zu keiner anderen Zeit in der Geschichte, bei der illegalen Einwanderung zu kooperieren

„Ich bin sicher, dass ich viele andere Dinge ausgelassen habe . .. aber das ist nicht schlecht für eine erste Amtszeit.

Im Gegensatz zu John Kasich glaube ich, dass wir mit Präsident Trump auf dem richtigen Weg sind. Der Weg von Biden-Harris führt uns zu Sozialismus im Land und Schwäche im Ausland.

Offensichtlich versteht John Kasich das nicht.“

Neben vielen hasserfüllten Antworten, die man unter solchen pro-Trump-Beiträgen immer finden wird, gab es dann auch noch einen, der eine Wiederwahl Trumps eher pragmatisch anging. Man muss kein Prophet sein, um zu erkennen, dass eine Wiederwahl des Präsidenten enorme Probleme bereiten wird und man von gewaltsamen Ausschreitungen ausgehen darf, die, wie immer, bestens durchorganisiert sind.

Der Journalist Andy Ngô schreibt dazu:

Falls Donald Trump im November wiedergewählt wird, werden die Amerikaner eine Welle massiver linksgerichteter Gewalt, Ausschreitungen und Plünderungen erleben. Viel schlimmer als alles, was wir bisher erlebt haben.

Das mag sein, aber es geht auch anders.

Falls Donald Trump dann endlich sein As aus dem Ärmel holen darf, worauf viele nun schon Jahre warten, und die letzten Seiten von FISA veröffentlicht werden, dann könnte das Interesse der Amerikaner in eine völlig andere Richtung gehen. Es liegt nun an Justizminister Barr, wie es weitergeht. Wird er veröffentlichen, was nicht mehr zu vermeiden ist?

Es ist brisantes Material, denn nicht nur im Inland wurde in Trumps Stuhl gesägt, auch das Ausland half kräftig dabei.

Wir müssen dabei nur an Christopher Steele denken, den MI6-Agenten aus Großbritannien, der für die Amerikaner das Steele-Dossier entstellte, das als wackelige Grundlage für die FISA-Überwachungsaufträge des FBI herhalten musste

Was ist wichtiger: Weiterhin scheinbar gute Beziehungen zu Ländern, die den Präsidenten bereits verraten haben oder ein Präsident, der Dank der Maßnahmen resultierend aus der Veröffentlichung, wie entsiegelte Anklagen, dann endlich ungestört seine Arbeit verrichten kann?

Eines scheint allerdings sicher zu sein, das jedenfalls glaubt Trump, der es in letzter Zeit mehrfach wiederholt hatte: Am Tag nach der Wahl sei Corona vorbei. Er ließ dabei offen, wer dazu gewählt werden müsse. Wäre das egal?

Sicher ist, dass Trump die zweite Amtszeit benötigt, auch das sagt er immer wieder. Denn es gibt noch viel zu tun.

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