„Wir werden unseren Ärzten nicht zumuten, eine Impfpflicht gegen den Willen der Patienten zu exekutieren“

Der Vorsitzende der Ärztlichen Bundesvereinigung vertritt hier eine klare Meinung: Diese Maßnahme sei politisch und da sollten Ärzte sich raushalten bzw. nicht mitmachen.

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Noch immer wollen ungefähr 20 Millionen Menschen in unserem Land die Hoheit über die Unverletzlichkeit ihres Körpers nicht aufgeben. Der neue Gesundheitsminister geht hier allerdings seit seiner Amtsübernahme mit Stechschritt voran und möchte das ändern.

 

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Wir haben es bereits vernommen: Der verpflichtende Piks soll kommen. Dem neuen Gesundheitsminister, Karl Lauterbach, schließlich ist er Arzt – ganz im Gegensatz zu seinem Vorgänger, einem Bankkaufmann und späteren Magister der Politikwissenschaften – scheinen selbst Siebenmeilenstiefel zu langsam zu sein.

Lauterbach ist seit 1961 neben Philipp Rösler (2009-2011) der einzige Mediziner in diesem Amt. Fünf der bis jetzt 17 Minister waren Juristen und auch Jens Spahn war nicht der einzige Banker, der Gesundheitsminister sein durfte.

Wie dem auch sei: Der Neue hat bereits wackeligen Boden unter den Füßen. Offenbar nimmt man ihn nicht ernst.

Denn inzwischen meldete sich der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, und stellt sich hinter seine Ärzte. Diese Impfpflicht sei eine rein politische Sache und so sollten die Politiker zusehen, wer diese Menschen impft, die das bisher nicht wollten. Jedenfalls sollen die circa 100.000  Kassenärzte nicht verpflichtet werden, einem Patienten gegen ihren Willen die Spritze zu verpassen.

Nennt man einen gesunden Menschen eigentlich auch Patient?

Jedenfalls ist es ein guter Anfang, wenn die Ärzte sich auf die Seite der derjenigen stellen, die – aus welchen Gründen auch immer – hier nicht mitmachen wollen.

Bereits Anfang Januar war diese Tendenz sichtbar. Die damaligen Kritikpunkte der Kassenärzlichen Bundesvereinigung decken sich teilweise mit denen der Impfgegner. So sei eine Impfung gegen Omikron derzeit nicht sinnvoll, da sich die Impfstoffe weniger wirksam gegen diese neue Variante zeigten.

„Man kann den Leuten nicht ernsthaft eine Impfpflicht auferlegen und dann feststellen, dass die Wirkung des Impfstoffes immer nur ein paar Monate hält.“

Lauterbach hält weiterhin an der Impfpflicht fest und sieht bereits die ungeimpfte ältere Bevölkerung die Krankenhausbetten überbelegen, was bisher nachweislich nicht der Fall war. Seine Befürchtung, die wahrscheinlich kaum jemand teilt: Es könnten eventuell Krebskranke nicht mehr behandelt werden.

Ein Impfregister lehnt er ab, ebenso wie Dr. Gassen, der dazu bemerkte:

„Wer soll das unter Wahrung des Datenschutzes erstellen, wo soll es gepflegt werden? Bis wir dies alles erarbeitet haben, ist die Corona-Gefahr vermutlich wirklich vorbei.“

Auch der Chef des Apothekerverbands Nordrhein argumentiert ähnlich:

„Solange die Impfung nicht ausreichend lange vor einer Infektion schützt, macht eine Impfpflicht keinen Sinn.“

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Quellen:
Hier und hier