Roter Oktober und Midtermwahlen: Prognosen zum durch QAnon vorhergesagten Erdrutschsieg

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Marketwatch.com, mit Online-Zugriffszahlen von monatlich 52 Millionen Lesern und damit auf dem Online-Sektor die Nummer sechs für Wirtschaftsanalysen und Finanzen, macht sich derzeit keine großen Sorgen bezüglich der in zwei Wochen stattfindenden Midterm-Wahlen. Es sähe ganz so aus, als würden die Demokraten das Repräsentantenhaus nicht gewinnen, sondern Donald Trump mit seinen Republikanern die Majorität behalten.

Eine blaue Welle – ein Sieg der Demokraten – die große Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben könnte, wird derzeit nicht erwartet.

Neuere Analysen würden nicht danach aussehen, dass die Demokraten das Repräsentantenhaus übernehmen könnten, sondern eher danach, dass die Republikaner weitere Sitze gewinnen könnten. Aber wissen kann man’s natürlich nicht. Sie sind vorsichtig.

Es gibt allerdings auch Prognosen, nach denen die Demokraten das „House“ gewinnen könnten. Marketwatch schreibt, dass sie dafür netto noch 23 Sitze benötigen würden. Für den Senat müssten sie dagegen nur zwei Sitze gewinnen und ihre bisherigen halten. Die Mehrheit der Republikaner ist hier äußerst knapp.

Der Dow Jones Industrial Average ist im Oktober bereits eingebrochen, nicht nur durch die Entscheidung, den Leitzins zu erhöhen, sondern unter anderem auch aufgrund der Befürchtung, die Demokraten könnten wieder die Kontrolle über das Haus übernehmen und damit die republikanische Deregulierungsagenda behindern.

„Basierend auf aktuellen Daten könnten Demokraten das Haus gewinnen und 50-50 im Senat erreichen – oder Republikaner könnten die Mehrheit in beiden Kammern behalten“, schrieb Sam Wang von der Princeton University am Mittwoch.

Da hat sich einer beide Möglichkeiten offen gehalten. Andere geben den Demokraten noch eine deutlich größere Chance auf den Gewinn von mehr Sitzen und sogar der Mehrheit.

Was solche Prognosen betrifft, so kann man sich offenbar bequem zurücklehnen. Wer im November 2016 verkündet hat, dass Hillary Clinton mit 98prozentiger Wahrscheinlichkeit die Präsidentschaft gewinnen würde, der hat auch damals nicht mit Trump und seiner stabilen Fanbase gerechnet. Der hält im Moment wieder jeden zweiten Tag in einem anderen amerikanischen Land Wahlkampf für seine republikanischen Kandidaten.

Trump unterstützt die Republikaner, damit ihre Kandidaten in den Senat oder das Haus gewählt werden. Gestern war er in Houston, Texas, um Ted Cruz zu helfen, seinen Sitz im Senat zu halten. Er habe einen starken demokratischen Gegenkandidaten, heißt es.

100.000 Menschen wollten in Houston dabei sein, aber so viele Karten gab es nicht. Die Stadien sind voll und auf dem Platz davor stehen regelmäßig Riesenleinwände für die, die drinnen keinen Platz gefunden haben. Draußen ist Public Viewing.

Sehr sympathisch ist, der er sich immer noch als Teil des Volkes sieht und so kommt es, dass er, wenn er vom Volk spricht, sich selbst mit einbezieht. Auch sagt er „we drain the swamp“ – wir trocknen den Sumpf aus und nicht „ich“. „Ich“ hört man so gut wie nie nicht aus seinem Mund, ganz im Gegenteil zu seinem Vorgänger Obama, der das Wort „wir“ offenbar kaum kannte.

Rally Red October
Rally Red October

QAnon war sich bereits im August sehr sicher, dass es zum Midterm eine rote Welle geben würde. Er sprach sogar von einem Roten Oktober und Trump erklärte in einer seiner letzten Reden, was genau das wohl bedeutet: Wir, das Volk, holen uns die Macht zurück.

Trump ist beliebt wie nie. Das wird.

Das Original-Video aus dem Beitrag von Q, unten drunter gibt es das auch auf deutsch.

Für sehgeschädigte Menschen wurde der Artikel wieder vertont von Qlobal Change und das Video wurde mit einer deutschen Version abgespielt.