Henry Kissinger: „Nach Corona muss eine neue Weltordnung etabliert werden“

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Das schrieb der frühere Außenminister, nationaler Sicherheitsberater und langjähriger Berater politischer und wirtschaftlicher Führungskräfte, Henry Kissinger, im Wallstreet Journal.

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Kissinger kann immer noch deutsch, sagte einmal Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler in den 80er Jahren. Aber sie sprachen nur Englisch miteinander, meinte Schmidt in einem Interview. Kissinger besuchte ihn noch einmal kurz vor dessen Tod und kam 2015 sogar zu dessen Beerdigung, wo er sich mit einer Eloge von seinem langjährigen Freund verabschiedete. Es fielen die Worte „Gigant“, „Weltgewissen“, „Instanz“ im Hinblick auf Helmut Schmidt. Vor allen Dingen tat Kissinger diesmal aber eines: Er sagte das alles auf Deutsch.

Heute ist er 96 und immer noch rege, wie man sieht.

Der mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Republikaner, der auf kaum einem Bilderberg-Meeting fehlen durfte, möchte, dass die Amerikaner einem globalen Programm beitreten, um den durch COVID-19 entstandenen Schaden zu minimieren.

Die Welt würde nach dem Virus niemals wieder dieselbe sein. Er appelliert an die Weitsichtigkeit der Trump-Administration, „um Hindernisse zu überwinden, die in ihrer Größe und ihrem globalen Umfang beispiellos sind“.

Die derzeitige US-Regierung habe „solide Arbeit geleistet, um eine unmittelbare Katastrophe zu vermeiden“, aber ihr „ultimativer Test“ bestehe darin, das Virus zu stoppen und „das Vertrauen der Öffentlichkeit in die Fähigkeit der Amerikaner, sich selbst zu regieren“ aufrechtzuerhalten.

Er kritisiert, dass die Staats- und Regierungschefs sich weitgehend national mit der Krise befassen würden, aber die gesellschaftsauflösende Auswirkung des Virus kenne keine Grenzen und so sei eine internationale Zusammenarbeit erforderlich, um den politischen und gesellschaftlichen Schaden wirksam bewältigen zu können.

„Kein Land, nicht einmal die USA, kann das Virus in rein nationalen Anstrengungen überwinden. Die Berücksichtigung der aktuellen Bedürfnisse muss letztendlich mit einer globalen Vision und einem globalen Programm für die Zusammenarbeit verbunden sein. Wenn wir nicht beides gleichzeitig tun können, werden wir mit dem Schlimmsten konfrontiert werden.“

Es müssten [Hilfs-]Programme entwickelt werden, um das bevorstehende Chaos für die am stärksten betroffenen Bevölkerungsgruppen zu verringern. [Die USA hat derzeit durch Corona ca. 22 Millionen Arbeitslose mehr].

Es müsse an neuen Technologien zur Infektionskontrolle geforscht werden, um die globale Widerstandsfähigkeit zu stärken. Vor allem müsse die Bevölkerung mit einem entsprechenden Impfstoff versorgt werden.

Kissinger sieht die USA hier in der globalen Führungsposition gegenüber dem Rest der Welt, einer Führung, die sich bemühen möge „die Wunden der Weltwirtschaft zu heilen“. Die wären anders als alles, was man aus der Geschichte kennen würde.

Heute würde es darum gehen, die Grundbedürfnisse der Menschen zu befriedigen: Sicherheit, Ordnung, wirtschaftliches Wohlergehen und Gerechtigkeit. Das alte Bild einer ummauerten Stadt, in der der Herrscher vor einem externen Feind schützt, sei überholt, wenn der Wohlstand von globalem Handel abhängt.

Durch die Pandemie wäre ein Anachronismus ausgelöst worden: Nun würde man wieder in einer ummauerten Stadt leben, die Menschen könnten nicht mehr reisen und auch der gegenseitige Austausch von Gütern käme zum Erliegen.

Die Hindernisse, die es derzeit zu überwinden gäbe, wären in ihrer Art und ihrem globalen Umfang beispiellos. Nur eine effiziente und weitsichtige Regierung würde diese bewältigen können.

Die politischen und wirtschaftlichen Umwälzungen würden sich auf viele weitere Generationen auswirken, während der Angriff auf die menschliche Gesundheit hoffentlich nur vorübergehend sein würde.

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Das war Henry Kissinger, der hier auf eine globale neue Weltordnung setzt, die man nach dem Corona-Virus installieren müsse, um die Welt zu retten, denn „Misserfolg könnte die Welt in Brand setzen“.

Brennt sie nicht schon?

Es scheint manchen ein künstliches Feuer zu sein. Abstandhalten, Masken aufsetzen – aber weiterarbeiten – wäre das nicht möglich gewesen? Das fragen inzwischen viele Selbständige, Unternehmer und Kurzarbeiter, die gerade nicht mehr wissen, wie sie ihre Miete und ihre Rechnungen zahlen sollen. Ladenbesitzer dürfen seit Wochen nicht öffnen, nur die, die für das tägliche Überlegen sorgen, sind nicht geschlossen worden.

Aber zumindest das Problem der Miete wurde auf den abgewälzt, der sie bekommen soll: Den Vermieter. Wenn er Pech hat, dann schaut er jetzt monatelang in die Röhre, denn so lange sind die Mieter geschützt, die nicht mehr zahlen können.

Die Saison für den Freizeitparks hätte mit dem besseren Wetter wieder begonnen. Die Parks blieben geschlossen. Auch Kirmes gibt es dieses Jahr wohl nirgendwo mehr und jedes weitere Volksfest, jede Sportveranstaltung wird wohl gestrichen. Im Sommer im Schwimmbad plantschen wird auch nicht mehr gehen.

Aber Spazierengehen dürfte noch erlaubt sein. Was machen wir aber nur, wenn uns jemand auf einem engen Pfad im Wald entgegenkommt? Diese Frage wurde noch nicht geklärt. Das Problem sollte aber schnellstens reguliert werden, solange der Deutsche noch brav den Regeln folgt und der Regierung dankbar dafür ist, dass sie ihn so gut schützt.

Den Weihnachtsmarkt dürfte es auch erwischen, denn bereits heute wissen die ‚Corona-Experten“, dass das Virus bis in den Winter hinein überleben wird und nicht, wie sonst üblich, durch wärmere Temperaturen und die gestärkte Widerstandskraft der Menschen seinen Garaus bekommt.

Fazit: Das muss ein wirklich ‚ganz besonderes‘ Virus sein, das so ganz anders ist, als alles, was wir bisher kennen. Obwohl die Wissenschaft bisher so wenig darüber weiß und es nur wenige Studien gibt, wissen sie zumindest das: Es wird noch dauern.

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