Donald Trump, die Russen und Sonderermittler Mueller – kein Dream Team

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Derzeit überschlagen sich mal wieder die Nachrichten um Donald Trump und seine angebliche Kollusion mit den Russen, obwohl das, was angeblich so neu ist, alles schon einen langen Bart hat.

So liest man in einigen Gazetten, dass es angeblich eine ganz frische Subpoena, eine Anordnung, von Sonderermittler Robert Mueller geben soll, der die Verbindungen zwischen Trump und dessen Firmen zu Russland untersucht, insbesondere was die Wahl im November 2016 betrifft. Der verlange nun Unterlagen aus der Firma, Dokumente, die mit den Russen im Zusammenhang stehen.

Mueller, ein ehemaliger FBI-Direktor, versucht Trump schon seit fast 1,5 Jahren nachzuweisen, dass der mit den Russen unter einer Decke steckt und die beiden wer weiß was zusammen aushecken. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Bis jetzt verlief die Investigation ohne Erfolg, wenn man bedenkt, dass am Ende das „Impeachment“ stehen soll. Ein äußerst ungewöhnliches Verfahren auch für die Amerikaner. Denn normalerweise gibt es einen offensichtlichen Grund für eine Amtsenthebung (siehe Bill Clinton) und man sucht nicht erst nach einem.

Von den Trumps Anwälten hörte man jetzt folgendes:

„“Seit Juli 2017 haben wir der Öffentlichkeit mitgeteilt, dass die Trump Organisation bei allen Untersuchungen, einschließlich des Special Counsel, voll kooperativ ist und auf ihre Anfragen reagiert.“
Und:
„Das ist eine alte Nachricht und unsere Hilfe und Zusammenarbeit mit den verschiedenen Ermittlungen ist bis heute gleich geblieben.“

Auch das Wall Street Journal berichtete unter Berufung auf Quellen, die mit der Angelegenheit vertraut sind, dass die Trump Organisation seit Monaten freiwillig Dokumente an Mueller’s Büro übergeben habe.

White House Pressesprecherin, Sarah Huckebee-Sanders bestätigte diese Aussage ebenfalls gegenüber Journalisten in einer Pressekonferenz.

Was genau Mueller von der Trump-Organisation fordert, von der sich der Präsident kurz nach seiner Wahl getrennt hat, um sie seinen beiden erwachsenen Söhnen zu übergeben, ist unklar. Allerdings gibt es einen älteren Ausspruch von Trump, dass Mueller nicht die „rote Linie“ überschreiten solle, was bei den Medien damals zu erhöhter Spekulationsbereitschaft geführt hat.

„Wird Trump Mueller entlassen?“ Man war sich ziemlich sicher, dass das so sein würde. Die anderen meinten sogar, da Mueller bezüglich Trump bisher noch gar nichts gefunden hat: „Ist das etwa nur eine Schein-Investigation und Mueller arbeitet mit Trump zusammen?“

Eines ist jedenfalls klar nach dem letzten Aufwärmen eines alten Themas: Man sucht weiter nach Möglichkeiten, den amerikanischen Präsidenten in ein schlechtes Licht zu rücken.  Irgendwie passt er wohl nicht ins Konzept des Norm-Politikers. Zu unberechenbar, heißt es. Man wisse nicht, was er als nächstes plane. Nicht vorhersehbar.

Vor allen Dingen nicht käuflich. Im Gegensatz zu den meisten der Milliarden schweren plutokratischen Politiker-Gemeinschaft der USA hat er sich sein Vermögen erarbeitet und verzichtet sogar auf sein Präsidenten-Salär, wie nur wenige Präsidenten vor ihm. Sie alle hatten selbst genug.

Klar, er ist kein Politiker, sondern ein Geschäftsmann, der sich vorgenommen hat, das Land zu sanieren. Kein Jurist, wie die meisten Politiker, sondern ein Praktiker, der einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften hat und der seinen Fokus nicht auf immer neuere Gesetzgebung legt sondern darauf, die Engpässe im Land zu beseitigen.

Vielleicht werden wir irgendwann einmal mehr erfahren. Wer denkt, Trump sei ein Plauderer, nur weil er twittert, sollte eigentlich eines Besseren belehrt worden zu sein. Trump lenkt ab, gibt immer wieder Zündstoff für die Journalisten, die die Brocken, die er hinwirft, gerne auffangen und zu Worten verarbeiten. Trump lässt sie reden, solange sie nicht fragen, was er wirklich gerade macht. Und so ist das Erstaunen bei vielen groß, wenn der Außenminister plötzlich fliegt. Zu sehr war man auf Donald Trumps Person fixiert und hat den Überblick verloren.

Politik scheint ein Spiel zu sein, in dem wir die Bauern sind, die nicht unbedingt wissen müssen, was die „Könige und Königinnen“ mit ihren „Pferdchen und Läufern“ im Geheimen aushecken.

Wir sind ja nur das Volk.

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