Neueste Forschungen erklären positive Wirkung von Kaffee auf Alzheimer

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Alzheimer ist eine Erkrankung, bei der Proteine im Gehirn miteinander verklumpen, sich dort ablagern, sogenannte Plaques bilden, und somit den Signalaustausch zwischen den Zellen verhindern bzw. erschweren. Es findet ein Zelluntergang statt, der allmählich zum Abbau der geistigen Leistungsfähigkeit bis hin zur Demenz führt.

Forscher der Universitäten Bonn und Lille (Frankreich) haben nun eine bahnbrechende Entdeckung gemacht, die allerdings erst durch Labormäuse und noch nicht im Menschen verifiziert wurde: Das Koffein im Kaffee hemmt demnach diese Ablagerungen, des so genannten Tau-Proteins im Gehirn. Bereits seit längerer Zeit weiß man – ebenfalls durch Experimente an Mäusen, dass Kaffee eine positive Wirkung auf das Amyloid-Beta-Protein hat.

Bei dem Versuch fügte man den Mäusen regelmäßig etwas Kaffee im Trinkwasser hinzu. Man vermutet, dass Kaffee bestimmte Rezeptoren im Gehirn blockiert, wodurch die Anzahl der schädlichen Verklumpungen reduziert wird. Dieser schützende Effekt hilft auch gegen die Tau-Ablagerungen.

Der Forschungsetat beschränkt sich allerdings auf lediglich 80.000 Euro. Geld, mit dem man nicht allzuviel anfangen kann, wenn man bedenkt, mit welchen Summen teilweise amerikanische oder englische Universitäten forschen können. So könnte es also noch etwas länger dauern, bis diese Volkskrankheit, die insbesondere ab dem 65. Lebensjahr zutage tritt, endlich in den Griff zu bekommen ist.

Eine gute Nachricht gibt es allerdings schon jetzt: Nicht jeder, bei dem diese Plaques im Gehirn gefunden werden, erkrankt auch an Alzheimer.

Warum das so ist, entzieht sich derzeit jeder wissenschaftlichen Erkenntnis. Man vermutet allerdings, dass es mit Entzündungen zusammenhängt, die um die Plaques herum entstehen können. Man darf diese Hypothese noch im Bereich des Unerforschten ansiedeln. Denn noch weiß man gar nichts. Hier können Sie die Forschung finanziell unterstützen. Denn es könnte jeden treffen. Die Wahrscheinlichkeit steigt mit dem 65. Lebensjahr rasant und es trifft auch geistig sehr rege Menschen.

Lesenwert ist das Buch „Alzheimer und Ich“, des amerikanischen Psychologieprofessors Richard Taylor, der seine Erkrankung so beschreibt:  „Mein IQ ist von 148 auf 114 gefallen. Meine Verarbeitungsgeschwindigkeit ist kaum schneller als die eines Backsteins, und das Bewusstsein meiner selbst ist nahe an dem einer Eidechse.“ Auch Margaret Thatcher, Ronald Reagan, Helmut Schön und Rita Hayworth litten an dieser zerstörerischen Erkrankung, die nur besiegt werden kann, wenn weitere Forschungsgelder zur Verfügung gestellt werden.

Schließlich wird unsere Gesellschaft immer älter und damit steigt der Pflegebedarf für Demenz enorm. Eine Erkrankung, die gute Chancen hat, eines Tages besiegt worden zu sein.

Abstract zur Studie
Kaffee blockiert Adenosin
Alzheimer-Forschung

 

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