The Hill: Trump hat alles richtig gemacht. Deutsche Medien sprechen dagegen von einer Katastrophe.

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The Hill gehörte zu den wenigen Publikationen, die sich für ihre Berichterstattung während der Zeit der Untersuchung durch Robert Mueller entschuldigten, als klar war, dass an den Beschuldigungen – Kollusion mit den Russen und Justizbehinderung – nichts dran war. Es gab einen langen Artikel damals, der auch ehrlich klang. The Hill wurde 1994 von dem Demokraten Finkelstein gegründet und schreibt über politische Themen.

In der Nachbereitung zu Donald Trumps Staatsbesuch in Großbritannien zeigt sie sich überaus fair und kritisiert sogar dezent die Medien, die auch hier wieder an allem etwas auszusetzen hatten und dabei das Wesentliche übersahen:

Der amerikanische Präsident und die britische Königin verstanden sich ausgezeichnet.

Die deutsche Presse übersah das geflissentlich, fand den Besuch mal wieder katastrophal, denn weder der Präsident noch Melania waren ihnen nicht „englisch“ genug, was die Etikette betraf. Schlimm fanden einige auch, dass der Helikopter wenige Minuten zu spät kam. Natürlich war Trump daran schuld, wer sonst.

Wann hört endlich dieses negative Framing auf? 

Königin Elizabeth strahlte die ganze Zeit, darüber wurde nicht berichtet. Die Freude über den Besuch war ihr anzusehen. Trump selbst schien einen guten Draht zu ihr zu haben und so sah man die Beiden sehr oft sehr ungezwungen miteinander umgehen.

Gelobt wurde auch, dass das Gastgeschenk, das von FLOTUS Melania ausgesucht wurde, diesmal Stil hatte. Eine „silberne und seidene Mohn-Brosche aus Tiffany, die von First Lady Melania Trump, dem Inbegriff von Stil und Anmut, sorgfältig ausgewählt wurde.“

Man erinnerte sich mit Schaudern an den iPod, den Obama der Queen übergab. Aber das war noch nicht einmal alles: Er hatte selbstgefällig einige seiner Reden aufgespielt.

Michelle Obama umarmt Queen
Michelle Obama umarmt Queen

Während die Medien es unschicklich fanden, dass Trump die Queen beim Aufstehen kurz am Rücken stützte, etwas, was sie keineswegs zu irritieren schien, wurde sie damals von Michelle sogar umarmt. Hörte man danach das Rauschen im Blätterwald? Nein, natürlich nicht. Man erkennt ja bereits im Hintergrund die wohlwollende Zustimmung der Zuschauer.

Als Trump dann auch noch nach einem Toast mit der Queen anstieß, wie das eben in den USA üblich ist, fiel die Etikettenpolizei fast in Ohnmacht. Nein, das macht man doch nicht! Hier wurde wieder mit Argusaugen und der üblichen Doppelmoral geurteilt.

Der Queen schien die legere, amerikanische Art gutgetan zu haben.

Man konnte erkennen, dass sie gar nicht so sehr der steife Typ ist, den sie laut Etikette und königlicher Benimmregeln ihr Leben lang spielen musste. Mit 93 Jahren konnte sie offen lachen und sich über ihren Besuch freuen. Auch Trump schwärmte ein wenig bei Twitter.

Ich hätte im Vereinigten Königreich von der Königsfamilie oder den Menschen nicht freundlicher behandelt werden können. Unsere Beziehung war noch nie besser, und ich sehe einen sehr großen Trade Deal auf auf uns zukommen. „Diese Reise war ein unglaublicher Erfolg für den Präsidenten.“ @IngrahamAngle

Es scheint alles geklappt zu haben, was er sich vorgenommen hatte.

Am nötigen Respekt zwischen beiden hat es nicht gefehlt, stellte The Hill fest, und die Freundschaft zwischen den Ländern wurde erneuert. Trump versprühte seinen amerikanischen Charme und der kam bei der Königin gut an.

Natürlich müsse man die Sitten und Gebräuche des Gastlandes respektieren, meinte das Blatt, aber es schade auch nicht, da ein bisschen amerikanische Würze mit hineinzubringen.

Trump habe ganz hervorragend den Spagat hinbekommen, der notwendig war, um eine Brücke zu schlagen zwischen der Konstitution einer repräsentativen Republik, bei der der Präsident aus dem Volk kommt und vom Volk gewählt wird und einer Erbmonarchie, deren Vertreter von Anfang an in Pomp und Prunk aufwachsen.

Hier allerdings kann Trump durchaus mithalten. Trump Tower ist so golden wie es nur geht und bei den Trumps zu Hause blitzt und blinkt es. Der persönliche Geschmack der Familie könnte auch der Queen gefallen und ihrer Stellung gerecht werden.

Jedenfalls – und etwas anderes haben auch wir nie behauptet – waren es offenbar sehr erfolgreiche drei Tage, ungeachtet der Proteste einiger Londoner, die überall sind, wo Trump auftaucht.

Wenn gewisse Leute einmal aufhören würden, solche angeblichen „Grassroot Bewegungen“ zu organisieren, dann wären auch die bald obsolet.

The Hill