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„Der erste, der den Befehl verweigert, wird in die Geschichte des Landes eingehen“

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Polizist löst am 1. August die Versammlung auf, überlegt sehr lange, bevor er spricht

Es geht immer noch um die Nachbereitung zu Berlin und die wahrscheinlich größte Demo und Kundgebung, die dieses Land gesehen hat.

Wenn die Deutschen auf die Straße gehen, dann richtig, das kann man nicht mehr leugnen. Bis zu 1,3 Millionen Teilnehmer seien von Polizisten vor Ort bestätigt worden. Auf Twitter wurde diese Zahl allerdings stark heruntergeschraubt auf 17.000. Angesichts der Videoaufnahmen ist das definitiv widerlegt.

Mit einer Kundgebung am Brandenburger Tor ging es am nächsten Tag weiter. Hier gab es einige wichtige Informationen.

Die „Bürger in Uniform“ wie Anwalt Markus Haintz sie nannte, wären fast alle sehr menschlich gewesen. Von mehreren Teilnehmern hört man, dass einige der Ordnungshüter offenbar große Mühe hatten, gewisse Befehle auszuführen, die eventuell ihrer eigenen Gesinnung widersprachen und man vermutet, dass viele auf der Seite der Demonstranten gewesen seien, aber die Order hatten, anders zu handeln.

So etwas stürzt Menschen immer in Gewissensbiss und zieht den Boden von den Füßen weg, wie man einigen deutlich angesehen hat. Besonders der, der am 1. August die Veranstaltung für vorzeitig beendet erklären musste, haderte mehrere Minuten und kämpfte sichtlich mit sich.

Er habe immer wieder gesagt, er folge doch nur Befehlen … Hier war man sich allerdings einig, dass man das nicht muss, wenn man nicht will.

Markus Haintz, ein Anwalt, fordert deshalb nun die Polizei auf, Befehle, die gegen ihre eigene innere Gesinnung sind, nicht zu befolgen.

Das Video beginnt mit seiner kurzen Ansprache:

Er suche noch immer den Ersten bei der Polizei, der sagt: „Ich mache nicht mit!“

„Mir wurde gestern gesagt, ich soll einen anderen Begriff benutzen. Das fand ich sehr, sehr gut und der ist „Bürger in Uniform“. […] auch ihr dürft die Uniform irgendwann ablegen und ich sehe in euren Augen und ich sehe in euren Worten, dass die meisten von euch auf unserer Seite stehen. Daher meine Bitte an die Bürger in Uniform: Der erste, der den Befehl verweigert, wird in die Geschichte des Landes eingehen und immer in den Geschichtsbüchern stehen, bis ans Ende aller Tage! Ihr könnt Michael Ballweg und anderen in die Geschichtsbücher folgen und das wäre ein wunderbares Signal, wenn einer von euch sagt: Ich mache nicht mit! Ich berufe mich auf Artikel 20, Absatz 4 des Grundgesetzes und ich mache nicht mit!“

„Schließt euch an,“ skandieren die Demonstranten.

Ralf Ludwig ergänzt:

„Wir Anwälte stehen hinter dem Recht. Und diese Verordnungen in diesem Land sind nicht richtig und sind nicht recht. Wer werden so lange kämpfen, bis zum einen diese Verordnungen nicht mehr in Kraft sind, bis zum anderen klar wird, dass so etwas nie wieder kommt und dass zum Dritten diejenigen, die das gemacht haben, auch zur Verantwortung gezogen werden.“

Inzwischen haben Anwälte einen Verein gegründet, der mutige Menschen auffängt, die durch ihr „Gesicht zeigen“ beispielsweise ihre Arbeit verlieren werden oder verloren haben. Es sind viele, die im Hintergrund arbeiten, sagt Ralf Ludwig, der Anwalt von Veranstalter Michael Ballweg, dem überhaupt zu verdanken ist, dass Demonstrationen wieder sein dürfen.

Der neue Verein heißt „Mutigmacher“ und will Menschen, nicht nur denen in Uniform, helfen, gewisse Schritte zu gehen, die sie allein nicht bewältigen können. Dazu steht ein Team von Rechtsanwälten zur Verfügung und auch psychologische Beratung wird angeboten. Das gesamte Programm findet sich hier.

Es geschieht derzeit sehr viel in unserem Land und auch in anderen.

Mutige Menschen gehen voran und dass die Deutschen die vielleicht größte Demo der Welt geschaffen haben und das nächste Mal noch mehr Mitstreiter erwarten, lässt hoffen, dass Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit für uns als Menschenfamilie in greifbare Nähe rücken.

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