Larry Fink von BlackRock: Die russische Invasion in die Ukraine hat die Globalisierung beendet

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Larry Fink, der bei BlackRock 10 Billionen Dollar verwaltet, gab inmitten der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Russland und der Ukraine bekannt, dass dieser Streich das Ende der Globalisierung bedeute.

 

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Larry Fink in einem Schreiben vom 26. März 2022 an seine Aktionäre:

„Die russische Invasion in der Ukraine hat der Globalisierung, die wir in den letzten drei Jahrzehnten erlebt haben, ein Ende gesetzt.“

Falls es also wahr ist, dass Putin nicht für nur die Entnazifizierung, Entmilitarisierung und Neutralität der Ukraine kämpft, sondern neben der Souveränität der beiden Donbassstaaten auch für seine eigene, dann hat er zumindest in diesem Punkt bereits gewonnen. Die immer dichter heranrückende NATO dürfte er als Bedrohung empfinden.

Es geht also tatsächlich auch um Souveränität vs. Globalisierung, wie wir am Anfang der Auseinandersetzungen bereits vermuteten.

Russland-Ukraine: Es ist ein Krieg der Souveränität vs. Globalismus

Globalisierung bedeutet, wenn wir den Wortstamm betrachten, dass es sich um etwas handelt, bei dem alle Staaten der Welt eingebunden sind. Nachdem Amerika, wie der russische Botschafter gerade vor der UN verkündete, den „legitim gewählten Präsidenten der Vereinigten Staaten“ erfolgreich verhinderte, ist die USA mit der Biden-Administration wieder mit im Boot. Etwas, was Trump verhindern wollte. Sein „America First“ muss den Globalisten geradezu weh getan haben. ↓

Russischer Botschafter bei der UN:

„Mit dem Einverständnis von Deutschland, Frankreich und Polen und mit der Unterstützung der USA wurde der legitim gewählte Präsident der Vereinigten Staaten gestürzt!“

Larry Fink schreibt weiter:

„Die Auswirkungen dieses Krieges sind nicht auf Osteuropa beschränkt. Sie kommen zu einer Pandemie hinzu, die bereits tiefgreifende Auswirkungen auf politische, wirtschaftliche und soziale Entwicklungen hat. Die Auswirkungen werden noch jahrzehntelang in einer Weise nachwirken, die wir noch nicht vorhersagen können.“

Er glaube nach wie vor an die Vorteile der Globalisierung und an die Macht der globalen Kapitalmärkte. Der Zugang zu globalem Kapital ermögliche es Unternehmen, ihr Wachstum zu finanzieren und Ländern, ihre wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. Somit würden mehr Menschen finanziellen Wohlstand erfahren.

Larry Fink: „Die Invasion hat die Nationen und Regierungen dazu veranlasst, sich zusammenzuschließen und die finanziellen und geschäftlichen Beziehungen zu Russland abzubrechen. In ihrem unerschütterlichen Willen, das ukrainische Volk zu unterstützen, haben sie einen „Wirtschaftskrieg“ gegen Russland begonnen. Regierungen auf der ganzen Welt haben fast einstimmig Sanktionen verhängt und sogar den beispiellosen Schritt unternommen, die russische Zentralbank an der Verwendung ihrer Hartwährungsreserven zu hindern.“

Die Geschwindigkeit und das Ausmaß der Maßnahmen von Unternehmen zur Verschärfung der Sanktionen wären unglaublich. Russland sei im Wesentlichen von den globalen Kapitalmärkten abgeschnitten. Dieser „Wirtschaftskrieg“ zeige, was man erreichen könne, wenn Unternehmen im Angesicht von Gewalt und Aggression zusammenkämen. Es sei allerdings unmöglich, genau vorherzusagen, welchen Weg dieser Krieg nehmen werde.

Nicht nur der Krieg, sondern die Pandemie hat bereits die Abhängigkeit der Staaten voneinander offengelegt.

Produktionsstätten wurden ins billige Ausland verlegt und ausgerechnet dort – in diesem Fall China – will man sich nun gar nicht auf die Seite des Westens begeben, sondern hält noch eisern zu Putin. Während Unternehmen wie McDonald sich aus Russland zurückgezogen haben (zur Freude vieler Russen, die diesen westlichen Einfluss gar nicht gut fanden) und auch CocaCola sowie viele andere Firmen gegangen sind, findet eine Neuorientierung statt. Russland und China gestalten inzwischen ihr eigenes Bezahlsystem und auch Indien überlegt gerade, wie es ohne Dollars mit den Russen weiterhin Handel treiben kann.

Tatsächlich stellt sich der „Westen“ gegen fast 7 Milliarden Menschen, die eventuell gerade „aufwachen“, weil ihnen die Absurdität bewusst wird, dass nur eine kleine elitäre Gesellschaft sich anmaßt, über den gesamten Globus zu bestimmen.

Das sieht dann so aus, wenn ein Chinese die „internationale Gesellschaft“ darstellt, von der Westeuropa, Nordamerika und Australien gerne sprechen. ↓

Nur eine Milliarde Menschen lebt in den Ländern, deren Politiker und mutmaßlichen Geheimlogen sich seit Jahrhunderten anmaßen, den Kurs für alle anderen – auch gegen deren Willen – mitzubestimmen.

Der Wunsch nach einer Globalisierung und somit einer einzigen Weltregierung dürfte nicht erst seit gestern bestehen, aber offenbar glaubt man, dass nun die Zeit gekommen sei, in die letzte Phase der Umsetzung zu gehen. Die NATO-Osterweiterung ist gefährlich nahe an Russland herangerückt und der stete Ruf der Ukraine nach einer NATO-Mitgliedschaft blieb dort nicht ungehört.

China stellt sich neutral, aber man weiß nicht, was passiert, wenn Firmen anfangen, in ihren eigenen Staaten zu produzieren. Tatsächlich scheint es so, als würde Biden Trumps Politik übernehmen wollen. Allerdings wäre das dann auch eine glatte Kapitulation an die Souveränität der Staaten und die globalistische Agenda, die ja nicht nur grenzübergreifend ist, sondern offenbar auch keine Grenzen mehr akzeptiert, wäre perdu.

Spätestens am Anfang der sogenannten Pandemie war klar, wer die Masken herstellt, die nun verordnet waren. Spätestens jetzt hätte man merken können, dass die Welt zwar Handelsschranken abgebaut hat, dafür aber die Abhängigkeit voneinander vergrößert wurde. Ohne die Chinesen hätte es gedauert, bis jeder seine Gesichtsverschleierung bekommen hätte, von der man dachte, das sei nur für Wochen und für die man früher bestraft worden wäre. Schließlich haben wir ein Vermummungsverbot.

Inzwischen gibt es große Engpässe in der globalen Lieferkette. Nicht nur, dass einige Speditionen die hohen Benzinpreise nicht mehr zahlen können, –  auch Nahrungsmittel, die aus den derzeit miteinander kämpfenden Ländern normalerweise importiert werden, fehlen allmählich und werden in den Supermärkten bereits rationalisiert: „Nur noch zwei Kilo Mehl pro Einkaufswagen!“ Beide Länder gelten als die Kornkammern der Welt und Bäcker prognostizieren bereits horrende Brotpreise.

Europa – und hier insbesondere Deutschland, wird ohne die Gaslieferungen von Russland eventuell frieren und die Preise dürften überall steigen, während die Löhne und Gehälter es nicht tun.

Das Wall Street Journal berichtete, dass Peking inzwischen Gespräche mit Saudi-Arabien führt, um Öl in Yuan anstatt in Dollar zu kaufen. Somit ist der Krieg in der Ukraine eine Chance für China, seine Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern.

Xiaodong Bao, Portfoliomanager bei Edmond de Rothschild Asset Management:

„Es liegt vorerst nicht in Chinas Interesse, mit dem Westen in Wettbewerb zu treten.“

„China wird weiterhin die Grundlagen für die Zukunft schaffen. Die finanzielle Abkopplung beschleunigt sich.“

Die Welt verändert sich.

Das hat sie schon immer getan. Wir gehen voran und nicht zurück, wie viele meinen. Menschen vernetzen sich bereits grenzübergreifend und Informationen können in jedem Land in fast allen Sprachen der Welt abgerufen werden. Kaum jemand schaut hier auf Hautfarbe oder den kulturellen Hintergrund, wichtig ist nur das gemeinsame Verständnis.

Wir haben schon längst eine Gesellschaft ohne Grenzen, aber sie ist anders als die, die offenbar in den Köpfen von einigen wenigen herumschwirrt und in unserer Zeit definitiv keine Chance hat, auch nur ansatzweise entstehen. Denn diejenigen, die die Mehrheit der bald acht Milliarden ausmachen, die bisher schlafende Bevölkerung, wachen allmählich auf.

Der Mensch neigt dazu, das, was er kennt, als selbstverständlich anzusehen. Wenn es uns gut geht, und alles zu funktionieren scheint, dann haben die meisten kein Bedürfnis, sich wirklich mit Politik auseinanderzusetzen. Dass die Menschen das nun weltweit tun, ist neu. Aber sie haben erst durch die permanente Rechtewegnahme der letzten Jahre begriffen, dass nichts wirklich selbstverständlich ist.

So haben sie erst jetzt wirklich erkannt, dass sie frei geboren wurden und dass man ihnen gerade peu à peu dieses Geburtsrecht wegnimmt. Sie sind wach geworden in dieser Zeit, nicht alle, aber viele. Sie schauen nun genau hin und sehen, dass Dinge passieren, die sie nicht wollen.

Und sie wollen definitiv keinen Krieg, denn das Kanonenfutter derjenigen, die hier auf die Knöpfe drücken, sind sie, die Menschen, die nie dachten, dass sie in unserer Zeit noch einmal einen Krieg erleben würden.

Die Eskalation des seit vielen Jahren schwelenden Konfliktes zwischen Russland und der Ukraine hätte nicht sein müssen, wenn der „Westen“ zu Verhandlungen bereit gewesen wäre. Aber das war er nicht. Und Selenski, um dessen Land es geht, war es auch nicht.

Im Gegensatz zur Bevölkerung befindet so mancher Politiker immer noch, dass man gegenteilige Meinungen durchaus auch mit Waffengewalt entscheiden kann. Wie archaisch ist das denn? Hier ist insbesondere die USA zu nennen, die sich seit Jahrzehnten in die Belange von Ländern einmischt, die sie nichts angehen. Seit langem ist Russland ihr Feindbild Nummer eins und Europa macht mit und spaltet, wobei die Politik der Länder eine Annäherung zu einem Volk nicht zulassen, das mit uns auf dem gleichen Kontinent lebt. Was haben die russischen Menschen uns eigentlich getan, dass wir sie ausschließen?

Wo ist der Aufschrei für die Amerikaner, die auf viele unschuldige Menschen Bomben warfen und sich sogar so weit in die Politik fremder Staaten einmischten, dass sie Staatsoberhäupter hinrichteten und dazu aufriefen und rufen, sie hinzurichten. Biden bedroht öffentlich Putin. Derselbe Biden, der den Krieg im Kosovo wollte und sowohl Amerikaner als auch ihre Helfer in Afghanistan zurückgelassen hat, anstatt sie zu retten.

Die Menschen aller Länder dieser Welt haben ein Recht auf Frieden. Sie wollen keinen Krieg, sondern einfach nur in Freiheit leben. Wir könnten eine Welt aufbauen, in der niemand mehr hungern muss. Es gibt genug zu essen, für alle. Die Menschen in den unterentwickelten Ländern brauchen keine Missionare, sondern vor allen Dingen Schulen und Ausbildungsstätten, damit sie selbst für sich sorgen können. Dann können sie es schaffen, aus eigener Kraft ihr Land aufzubauen.

Die neue Welt, die nun entstehen wird, wird gerecht sein, denn diejenigen, die dann Politik betreiben, werden mitfühlend sein und werden auf den Willen des Volkes hören. Es wird keine Immunität mehr geben und wer eigene Wege gehen möchte, wird ersetzt werden. Nur so wird es funktionieren.

Ich träume nicht. Ich sehe es vor mir. Und das alles ist nur deshalb möglich, weil die Menschheit durch diese letzten Jahre allmählich lernt, zu sich selbst zu finden und zu erkennen, wer der wahre Souverän ist.

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Quellen:
Larry Fink Brief vom 24.3.22 an Aktionäre
NYTimes: Hunter Biden’s Laptop is real
CNBC reagiert auf den Brief
Globalisierung im Test

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