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Da denkt man, man tut seinem Körper etwas Gutes, indem man endlich mal wieder einen Salat isst, und dann geht auf einmal ein Schrei durch die Nation: Vorsicht, Salat! So geschehen vor einigen Jahren, als ein Konsument im Rucola-Salat ein Blatt des sehr ähnlich aussehenden, aber hochgiftigen Kreuzkrauts gefunden und damit eine deutschlandweite Rückrufaktion für Rucola ausgelöst hat.

Auch Heidelbeeren und Tollkirschen sehen sich offenbar zum Verwechseln ähnlich, sonst würden sie nicht so oft verwechselt werden. Würde man daraus daraus einen – hochgiftigen -Kuchen backen, würde der mit ziemlicher Sicherheit mindestens zu Mundtrockenheit, in größeren Mengen verzehrt sogar zu Sehstörungen, Tachykardie, Halluzination und sogar zum Tod durch Herz- und Atemstillstand führen. Auf dem Land lebenden Kindern wird deshalb schon früh eingebläut, nicht von diesem Baum zu essen. Die wissen das.

Wer unterwegs ein persilienähnliches Gewächs stehen sieht, sollte es unbedingt an seinem Platz belassen. Die Hundspetersile ist nicht essbar, und man kann sie sehr gut an ihrem knoblauchähnlichen Geruch von unserer echten Petersilie unterscheiden.  Kann man es doch nicht lassen, dann sind Erbrechen und Unterleibskrämpfe vorprogrammiert und im schlimmsten Fall führt ihr Verzehr zum Tod.

Im Frühling erlebt der Bärlauch Hochkonjunktur und man kann nur hoffen, dass sich nicht das eine oder andere Maiglöckchenblatt daruntergemischt hat. Eine Vergiftung erkennt man an einer Tachykardie, möglicherweise auch an Übelkeit und Erbrechen und im schlimmsten Fall führen Atemnot sowie zerebrale Durchblutungsstörungen zum Kreislaufkollaps und eventuell zum Tod. Will man auf Nummer Sicher gehen, dann empfiehlt es sich, den Bärlauch selbst anzubauen, denn dazu benötigt man nicht mehr als eine Fensterbank. Ansonsten ist er gut an seinem knoblauchigen Geruch erkennbar. Er wächst wild im Wald oder wird kultiviert und sortiert in den Geschäften angeboten.

Auch die Herbstzeitlose sieht dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich. Sie enthält das Zellgift Colchicin, das innerhalb von zwei Tagen den Körper zerstören kann und schlussendlich zum Tod durch Atemlähmung führt. Da das Gift erst nach zwei bis sechs Stunden zu wirken beginnt, wird eine Vergiftung oft übersehen. Wichtig ist aber, sofort zum nächsten Krankenhaus zu fahren, wo entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen werden können.

Ebenfalls giftig sind die Beeren der Eibe, Heckenkirschen, Vogelbeeren und zahlreiche Blüten und Pflanzen. Bei den Zimmerpflanzen kommt es immer wieder zu Unfällen mit Ficus, Weihnachtsstern und Alpenveilchen. In der Natur draußen sind es Löwenzahn, Tulpen, Hyazinthen und vor allen Dingen der hübsch anzusehende Goldregen, dessen Verzehr sogar tödlich enden kann. Die erste Hilfe sollte hier nicht zu spät kommen.

 

Bärlauchvergiftung
Erste Hilfe bei Vergiftungen
Pflanzen – zum Verwechseln ähnlich