QAnon: Organisiert euch. Ihr, das Volk, habt alle Macht. Zusammen seid ihr unbesiegbar.

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Die Menschen sind gespalten, wie nie zuvor. Dank Internet ist das heute leichter denn je und dazu auch noch weltweit möglich. Man sieht es in den Themengruppen der sozialen Medien. In Pro-Gruppen sind auch immer Gegner, die oft nur kräftig aufmischen wollen. Anderer Meinung zu sein, kann sogar anregend und erfrischend sein, sowie den Weg zu neuen Ufern öffnen, allerdings nur dann, wenn man gepflegt miteinander diskutiert und sich nicht immerzu ankeift.

Die Diskussionskultur lässt oft zu wünschen übrig, das ist schade. Gerade in der heutigen Zeit brauchen wir Toleranz mehr denn je, denn sonst schlagen sich die gegnerischen Gruppen irgendwann mal in echt die Köpfe ein. Aufgeheizt ist die Stimmung genug.

Nehmen wir die Politik. Da geht es um Pro und Contra. Und nicht immer geht es um Fakten. Oft ist es Meinung oder eine Behauptung wird schlicht und einfach als Tatsache verkauft. „Ich habe das neulich erst gelesen.“ Ja, wo denn? Link? Hat jemand mal den Link zurückverfolgt? Denn oft kommt nach dem Link noch einer und noch einer und plötzlich merkt man, dass die eigentliche Quelle etwas ist, was jemand nur so daher gesagt hatte. Eine Behauptung, ohne jeden Beleg.

Schauen wir uns das doch einmal an einem konkreten Beispiel an. Nehmen wir die Gruppe QAnon, die als Informanten des Weißen Hauses gelten, aber keiner weiß wirklich, wer dahinter steckt. Und dennoch:

Das Time Magazin veröffentlichte kürzlich die Liste der 25 einflussreichsten Personen des Internets. Darunter fand sich auch eine, mit nur einem Buchstaben: Q.

QAnon tauchte im Oktober 2017 auf dem bekannten, aber anonymen Board, 4chan auf, und postet seitdem kryptische Beiträge, die trotzdem sehr gut lesbar sind, wenn man  die politischen Ereignisse weltweit verfolgt. Das ist die Voraussetzung, sonst versteht man nichts. Inzwischen benutzen sie 8chan, denn 4chan wurde korrumpiert, heißt es.

Q hat zum Beispiel die Fangemeinde von Alex Jones und Jerome Corsi gespalten und umgekehrt genau so. Während Alex Jones nach dem Auftauchen von Q plötzlich seinen eigenen, den „einzig echten und wahren Q“, präsentierte, der hinter einer Schattenwand sogar sprechen durfte, war Dr. Jerome Corsi, der in Lohn und Brot bei der Jones Publikation Infowars steht, anfangs Feuer und Flamme und dekodierte dessen kryptische Mitteilungen auf qanon.pub, wo jeder sie nachlesen kann – aber keiner versteht sie, der sich nicht von Anfang an dort hineingekniet hat.

Ganz nebenher promotete er noch sein neuestes Buch und bat um einen finanziellen Ausgleich für seine Bemühungen. Das machen inzwischen erstaunlich viele.

So bedeutet die Zahl 187 beispielsweise „unnatürlicher Tod“ und Namen werden in der Regel nur mit zwei,  maximal drei Buchstaben dargestellt. RR bedeutet Rod Rosenstein und [RR] bedeutet, der RR bekommt bald ordentlich Probleme. Hussein ist eine Bezeichnung für BHO und BHO ist Barack Hussein Obama. Das ist tatsächlich sein voller Name. Was Q mit der Bezeichnung Hussein andeuten möchte, ist offensichtlich. Mal ist er fein, mal ist er grob kryptisch. Das hier ist einfach zu lesen.

Jones sieht die QAnons ganz offensichtlich als Konkurrenten. Die sollen bessere Quellen haben als er? Niemals! Mit dieser Eifersucht und wahrscheinlich auch Neid zeigt Jones sein wahres Gesicht. Er will nicht Aufklärung. Er will, dass ER derjenige ist, der als der ultimative Aufklärer gilt. Der erste Platz gebührt ihm und niemand anderem. Sollte Alex Jones wirklich so ein armes Würstchen mit einem riesigen, aufgeblasenen Ego sein, wie viele meinen?

Zumindest glaubt er, bessere Quellen zu haben, denn Q wäre ganz unten angesiedelt, meinte er, der hätte keine Ahnung. Einer, der sich nur aufspielt. Sagen seine Quellen. Die sind immer ganz oben. Sein Q nennt sich Zac, inzwischen Zaq, und ist der wahre Q. Der echte auf 8chan geht auf diesen Kleinkrieg nicht ein. Zeigt Größe.

Von psychologischer Seite her ist das alles sehr interessant und die tiefen Einblicke werfen nicht unbedingt ein günstiges Licht auf Jones. Ein symbolhaftes Wort dafür könnte „Autsch!“ sein.

Q beruhigte zum Beispiel vor dem Fake-Angriff auf Syrien die Leser, es würde nicht zu einem Krieg kommen,  während Jones sich zum gleichen Zeitpunkt (mal wieder) von Trump distanzierte und vor der Kamera einen Nervenzusammenbruch bekam, weil er diesen vermeintlichen Syrien-Angriff nicht unterstützte. Von ihm kam genau das Gegenteil. Kriegsangst. 3. Weltkrieg. Die ganze übliche Litanei. Wer seine mentalen Zusammenbrüche kennt, kennt das alles schon. In voller Länge gibt es das hier, untenstehend ist es stark gekürzt. Sein ganzes Gerede war ein einziges sinnloses Kauderwelsch, mit dem er seine Fangemeinde – es sollen mindestens 30 Millionen sein – wissentlich oder unwissentlich falsch informierte.

Aus dem Kreis der amerikanischen freien Medien, behaupten tatsächlich einige, dass Jones zwar Unterhaltungswert habe, aber leider seien 95% seiner Informationen nicht haltbar. Er springt einfach auf jeden Zug auf und macht daraus gleich eine große Geschichte.

War der Zusammenbruch nun echt oder nicht echt? Jones ist von Beruf Schauspieler, es könnte beides sein. Eventuell hat er aber auch sein News-Imperium schwinden sehen, das er die letzten Jahre rund um Trump aufgebaut hat und dadurch enorm expandieren konnte. Jedenfalls war er jetzt mal wieder Anti-Trumper, wie schon so oft.

Hätte er QAnon gelesen, dann würde er wissen, dass Trump nicht Assad oder gar die Russen angegriffen hat. So aber ging bei ihm das übliche Kriegs-Angstgeschrei los. Angst- und Panikmache sind sein Geschäftsmodell. Jetzt bekämpft er den, durch den die Amerikaner – und auch wir – besser informiert werden, als durch ihn. Er nennt QAnon sogar einen von der CIA eingesetzten PsyOp, der gegen Trump kämpft und die Basis spalten möchte. Merkt nicht, wer das gerade wirklich tut.

Ohne Namen zu nennen liest man bei QAnon das Wort Desinformation: Hütet euch davor.

Von Corsi konnte man derweil auf Twitter lesen:
Wer ist #QAnon außer eine fehlerhafte Verzögerungstaktik, die Rätsel aufgibt und „Vertrau dem Plan“ verspricht. Welchem Plan? Verräter, Pädophile und Satanisten werden identifiziert, während #QAnon-Anhänger mit sozialistischen Argumenten angegriffen werden und „Trust Sessions“ die Lösung ist? @POTUS

Alles ging los, als QAnon –  ohne Namen zu nennen, das besorgten die aufmerksamen Leser –  vor Menschen warnte, welche die Widerstandsbewegung an der Seite von Trump derzeit zwar unterstützten, dies aber nur zu ihrem eigenen finanziellen Vorteil täten. Man würde sehen, dass sie irgendwann einmal die Seiten wechseln würden.

Und genau das geschah. Dr. Corsi fühlte sich sofort angesprochen: „Ich glaube, er meint mich“, sagte er öffentlich in einem Video.

Im Januar noch hatte er scheinbar ordentlich dekodiert. Man traut es ihm zu, dem angeblichen Geheimdienst-Versteher, der sein Licht nicht unter den Scheffel stellte und meinte, das Dekodieren wäre für ihn ein Kinderspiel.

Dann kam Q und schrieb dass er oft nicht richtig interpretiert wird und dass einige es nur tun, um mit diesen Informationen Geld zu verdienen und man möge aufpassen, wem man folge.

Corsi flippt, im Rahmen seiner Möglichkeiten, aus. Warum nur hat Dr. Corsi sofort geglaubt, dass er dazugehört? Ist sein selbstgefälliges Ego etwa hereingefallen auf Qs psychologischen Trick, um die Guten von den weniger Guten zu trennen?

Kannte Q seine Vergangenheit? Könnte sein, denn auf wikipedia kann man öffentlich lesen:

„Corsi ist seit 1981 im Bank- und Finanzwesen tätig. Im Jahr 1995 half er bei der Gründung eines Investmentfonds, der nach dem Fall der Sowjetunion in das ehemals kommunistische Polen investierte, welcher schließlich 1,2 Millionen Dollar verlor. […] Zwei Investoren verklagten Corsi und seine Partner und behaupteten, dass die Organisatoren ihre persönliche Garantie für die Investition gegeben hätten, und gewannen gegen sie. Sie bekamen aber nichts nicht von Corsi, weil das Geld „in den Namen seiner Frau verschoben worden war….“. Es gab nichts von ihm zu holen. […] Bis zu seinem Buch 2004 war Corsi ein Spezialist für Marketing im Bereich Finanzdienstleistungen.“

Corsi scheint also durchaus ein Problem mit Geld zu haben, wenn er schon einmal deswegen verurteilt wurde und clever genug war,  sein privates Vermögen seiner Frau zu übertragen, damit er nichts zurückzahlen musste.

Alex Jones sprang danach sehr schnell auf Corsis Zug auf, während einer aus der Q-Gruppe einen Köder legte, indem er sein Passwort „versehentlich“ in einem Beitrag offenlegte. Jeder konnte es lesen und es fielen welche darauf rein und scheinen die Gelegenheit genutzt zu haben, denn Q machte eine Andeutung, dass das kein Versehen war und dass „es“ geklappt hat. Beide, Corsi und Jones, wurden nun umso lauter. Wenigstens Corsi, der sich gerne als Geheimdienst-Versteher ausgibt, sollte besser wissen, wie man sich in einem solchen Fall verhält. Nämlich ruhig und unauffällig und nicht laut und offensiv.

QAnon hat niemals gesagt, dass es diesen Beiden nur ums Geld gehen würde, dass es überhaupt diese Beiden wären, über die er schrieb. Aber er hat es auch nicht dementiert. Warum fühlten sie sich von Anfang an angesprochen? Aber – betroffene Hunde bellen ja angeblich.

Beide, sowohl Corsi als auch Jones, hatten QAnon erst sehr spät auf dem Schirm, haben ihn entweder einfach nicht beachtet oder gar nicht erst bemerkt. Letzteres scheint aufgrund ihrer Aussagen das Wahrscheinlichste zu sein. Corsi: „Ich hörte von ihm zu ersten Mal Ende Dezember…“ und Alex Jones gibt zu, ihn von Anfang an nicht ernst genommen zu haben. „Eine Witzfigur, eine oppositionelle Kraft, die das Volk teilen möchte.“

Leider glauben ihm das inzwischen viele seiner Anhänger. Menschen, die aufbereitete Nachrichten lesen und hören möchten und von gewissen Leuten, denen sie folgen, so gut wie alles glauben. Schließlich müssen die das doch recherchiert haben, oder? Und die Quellen sind doch echt! Nein, leider nicht immer! Vieles ist einfach nur Click Bait bei solchen Seiten.

Während die dramaturgischen Einlagen von Jones – vom gespielten Nervenzusammenbruch über Wuteinlagen und Heultiraden – kaum noch zu überbieten sind, manipuliert Corsi in einer für die meisten Zuhörer und Leser eher unauffälligen Art. So belässt er es oft bei Nebensätzen, ist amüsiert, nimmt nicht ernst, macht lächerlich. Eine Taktik, die viele nicht durchschauen. PsyOp, Manipulation. Corsi weiß, wie man das macht. Aber er ist dennoch ein schlechter Pokerspiele, wenn er sich so leicht bei einem scheinbaren Angriff auf seine Person aus der Fasson bringen lässt.

Immer wieder lesen wir wieder einmal einen Aufruf der QAnons. Man möge zusammenzustehen und gemeinsam kämpfen. Wenn man um die ständigen Versuche weiß, die Basis zu teilen, dann versteht man ihn besser.

QAnon: Stay together Foto qanon.pub
QAnon: Stay together Foto qanon.pub

Steht zusammen.
Seid standhaft.
Organisiert euch.
Werdet gehört..
Bekämpft die Zensur
Ihr, das Volk, habt alle Macht.
Ihr habt einfach vergessen, wie man spielt.
Zusammen seid ihr unbesiegbar.
Sie wollen, dass man euch teilt.
Sie wollen euch zum Schweigen bringen.
Macht Lärm.
Wir sind bei euch.
Wir schaffen das!
Q

Haben wir überhaupt nur eine geringe Ahnung davon, wie sehr diese Menschen, die uns aufklären, im Hintergrund mit dem Präsidenten zusammen kämpfen und offenbar auch ihr Leben dafür einsetzen?

Qs Aufgabe scheint zu sein, den Menschen klarzumachen, dass es eventuell nicht ohne den eigenen, persönlichen Einsatz gehen wird, wenn man eine korrupte Welt verändern möchte, die sich in unvorstellbarer Weise über die Rechte der Menschen hinweg setzt. Nicht umsonst räumt Trump zunächst die Pädophilenringe auf.

Bis Ende Juni 2018 gab es alleiner 9000 Verhaftungen und viele Kinder wurden befreit. Die Presse schweigt. Amerika wäre unregierbar, wenn man alle Pädophilen auf einmal verhaften würde, sagte eine Politikerin der Grünen. Obama brachte es in acht Regierungsjahren auf noch nicht einmal 10.000 Verhaftungen, und man erwähnte das sehr lobend in der Presse und bemerkte, dieses Thema sei eines seiner Hauptanliegen gewesen.

Trump und seine Mitstreiter gegen den Rest der Welt. Das muss nicht sein. Wir sollten endlich beginnen, die Verantwortung in unserem eigenen Land zu übernehmen, genau wie die Amerikaner das jetzt tun, die begriffen haben, um was es geht.

Jeder kann ein kleines Rädchen sein im großen Getriebe der Aufklärung, die stattfinden muss, bevor die anstehenden Verhaftungen losgehen. Aufklärung geschieht mit Fakten, nicht mit Meinung. Wir wissen, dass der Mainstream gerne die Worte unzuverlässig, unberechenbar, wankelmütig und gefährlich bei Trump gebraucht und man wisse nie, was er als nächstes vorhat. Genau das Gegenteil ist der Fall. Er hat jeden seiner Schritte bereits in seinen Wahlreden angekündigt. Man muss nur mal in eine reinhören. Hier ist ein kleiner Ausschnitt:

Die Menschen müssen aufhören, sich wie Schafe zu benehmen, die einem Hirten folgen, der sie den Abgrund hinunter führt, sondern hinschauen, wohin der Weg führt und stehenbleiben, wenn es nötig ist, um umzukehren oder eine andere Richtung einzuschlagen.

Wir sind an einem Wendepunkt unserer Geschichte, die eigenes Denken mehr denn je erforderlich macht. Blindes Folgen ist nicht mehr angesagt. Wir müssen überprüfen und notfalls unser Veto einlegen, wenn wir tatsächlich Frieden und Freiheit wollen.

Meditationen sind gut, denn sie öffnen einen Kanal, der allmählich den inneren Frieden wachsen lässt. Aber das ist nicht genug. Wir können nicht warten, bis alle Menschen soweit sind. Wir müssen handeln. Friedlich, einfach nur Präsenz zeigen und klar machen, was WIR wünschen.

Petitionen sind nutzlos. Nur die Masse der Menschen kann die wenigen Menschen überzeugen, um die es geht. So wie hier, in untenstehendem Beitrag.

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