Süßstoff in der Schweinemast – Die Illusion von Lite, denn künstliche Süßstoffe machen dick

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Saccharin ist laut Futtermittelverordnung unter der EG-Nr. E954  als “Aroma- und appetitanregender Stoff” bei der Aufzucht von Ferkeln bis zum Alter von vier Monaten zugelassen. Der Höchstgehalt darf 150mg/kg und Tag betragen. Wie aber kommt man auf die Idee, dass ein kalorienfreier Süßstoff appetitanregend und somit mastfördernd sein kann?

Dieser Frage sind wir einmal nachgegangen und haben Erstaunliches gefunden, was ein völlig neues Licht auf Zuckerersatzstoffe in Bezug auf Diäten werfen kann. Nahm man früher an, dass die Bauchspeicheldrüse keinen Unterschied zwischen kalorienreichem Süßungsmittel (Zucker, Honig, Ahornsirup etc.) und kalorienfreier Süße (Zuckerersatz wie Saccharin) macht,  nur nach der Süße geht und deshalb entsprechend viel Insulin auch bei den Ersatzstoffen ausschüttet, so haben inzwischen Studien belegen können, dass es anders funktioniert.

Forscher von der Purdue University/USA haben bereits im Jahr 2008 durch Studien an Ratten festgestellt, dass diejenigen, die mit Saccharin gefüttert wurden gegenüber jenen, die statt dessen normalen Zucker als Süßungsmittel bekamen, signifikant an Gewicht zunahmen.

Einer der Gründe dafür schien zu sein, dass sie mehr Hunger bekamen und deshalb im Anschluss daran mehr kalorienreiche Nahrung zu sich nahmen.

Ein Erklärungsversuch dafür lautet, dass der Körper durch die kalorienfreie Süße die Verdauung herunterfährt und  die Nahrung nicht mehr so gut ausgewertet wird. Es wird in der Folge immer mehr gefressen.  Auch dann, wenn die Diät auf natürlichen Zucker geändert wird, bleibt dieser Effekt unverändert. Das Ferkel nimmt zu. Welcher Mechanismus aber tatsächlich dahinter steckt, ist derzeit immer noch nicht genau erforscht.

Ob und inwieweit derartige Tierversuche auf den Menschen übertragen werden können, ist ein Thema mit Endlosschleife. Tatsache ist jedenfalls, dass die Fettleibigkeit der Amerikaner seit der Einführung von Diätdrinks gravierend zugenommen hat. Das sollte uns zu denken geben.

Die Natur gibt uns genug Süße, vielleicht sollten wir uns einfach wieder darauf besinnen und und den kleinen künstlichen Pillen ade sagen.