Wo ist Q?

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Seit dem 1. August gibt es keine Nachrichten mehr von QAnon, einer Gruppe, die sich als die größte militärische Geheimdienstoperation in der Geschichte Amerikas bezeichnet.

Vom 28. Oktober 2017 an gab es von ihnen kontinuierlich Nachrichten, die halfen, die Hintergründe zu Geschehnissen in der amerikanischen Politik zu verstehen. Das war neu, das war sensationell und fand sehr schnell interessierte Leser, insbesondere aus den Reihen der Trump Supporter. Denn diese Nachrichten waren allesamt pro Trump.

Als Message-Board benutzte man zunächst 4chan, wechselte aber dann zu 8chan, als man dort Korruption feststellte.

Beides sind anonyme Message-Boards, bei denen man als „Anonymous“ schreibt. Die Q-Gruppe bekam aber – zwecks besserer Identifizierung – sehr schnell eine eigene Signatur und später dann auch einen eigenen, abgetrennten Bereich für die Nachrichten.

Das bedeutet wahrscheinlich, dass sie sich irgendwie gegenüber dem Code Monkey, dem Board-Eigner, James Watkins, haben ausweisen können.

Die Gruppe, die offenbar aus dem militärischen Geheimdienst heraus operiert, hat es geschafft, über dieses Board eine weltweite Community aufzubauen, die den Präsidenten der Vereinigten Staaten, Donald Trump, vorbehaltlos unterstützt. Sie würden nirgendwo sonst schreiben, hieß es, vielleicht deshalb, weil es immer wieder Nachahmer gab, die versuchten, ihre eigene Botschaft als „Q“ weiterzuverbreiten.

Auch der Präsident selbst soll gelegentlich auf dem Board geschrieben haben.

Die entsprechenden Posts waren dann mit Q+ oder mit 4, 10, 20 unterzeichnet. Die Zahlen sollen für die Buchstaben des Alphabets stehen und und ergeben somit DJT = Donald John Trump.

Trump hat bisher nicht bestätigt, dass er auf dem Board schreibt. In Anbetracht der Tatsache, dass die politische Opposition inzwischen versucht, dem Board-Eigner und seinen anonymen Schreibern sogar die Unterstützung von drei Schießereien mit Todesfolge anzuhängen, wäre das wohl auch sein politischer Tod.

Schon vor der Amtsübernahme versuchten diese Kräfte, Trumps Wahl zu verhindern.

Nach der Wahl versuchten sie die Amtsübernahme zu verhindern und nach der Inauguration versuchten sie, ihn durch ein Impeachment abzusetzen. Bisher war jeder dieser Versuche nicht von Erfolg gekrönt, wie man sieht: Trump ist immer noch im Amt. Das liegt vor allen Dingen wahrscheinlich daran, dass man – trotz allem Bemühen – absolut nichts findet, das einen solchen Akt rechtfertigen würde.

Die Medien unterstützten von Anfang an die Opposition.

WikiLeaks veröffentlichte 65 Namen von Journalisten und Medienanstalten, die sich daran beteiligten. Trumps Agenda muss allen einen gehörigen Schrecken eingejagt haben, zumal er seine Versprechen einhält, indem er Dinge offenlegt, die John F. Kennedy, dessen Agenda sich hier mit der von Trump überschneidet, das Leben gekostet haben.

Trumps Agenda auf deutsch und englisch – knapp 6 Minuten einer Wahlkampfrede

Seither wird das Wort „Tiefer Staat“ nicht mehr nur unter den sogenannten „Verschwörern“ offen ausgesprochen, sondern auch die Medien schreiben darüber, denn es lässt sich offenbar nicht mehr vermeiden, will man nicht ganz und gar an Glaubwürdigkeit verlieren.

Noch gibt es immer wieder mal den verächtlichen Unterton mit „angeblich“, wo es ins Lächerliche gezogen werden soll, aber gestandene Politiker, Journalisten und auch Anwälte haben es bereits offen und ohne jede Häme ausgesprochen: Ja, es gibt ihn, diesen Tiefen Staat.

Kennedy wollte diesen Deep State, wie er auf Englisch genannt wird, entlarven, da dessen Agenda gegen die Menschen gerichtet sei und er vernichtet werden müsse. Kennedy hoffte damals auf die Unterstützung der Journalisten, die ihm daraufhin stattdessen in den Rücken gefallen sind. Noch vor Beendigung seiner Amtszeit erschoss man ihn.

Deshalb musste John F. Kennedy sterben:

John F. Kennedy musste sterben, weil er die FED entmachten und den Deep State entlarven wollte. Trump will das auch.

Ähnlich ergeht es Donald Trump, auf dessen Leben es laut der Q-Gruppe bereits zahlreiche Anschläge gegeben haben soll.

Am 4. Juli 2019 sah man ihn hinter einer schusssicheren Glaswand die Rede zum Nationalfeiertag halten. Im Vorfeld hörte man, dass wieder einmal ein Anschlag geplant sein soll.

Im Zuge der Bemühungen, Trump endlich loszuwerden, wurden streng geheime Dokumente offenbar durch die höchsten Stellen des FBI an die New York Times weitergeleitet und der stellvertretende Justizminister, damals Rod Rosenstein, gab offenbar in einem geheimen Meeting Tipps, wie man den unbequemen Präsidenten vielleicht doch noch loswerden konnte. Denn nichts, was immer man auch versuchte, führte zu dem gewünschten Erfolg.

Hier nachzulesen:

QAnon und USA: Rod Rosensteins Stuhl kippt, aber noch ist er nicht gefallen. Wann denn nun?

Die Q-Gruppe schrieb auf 8chan und entlarvte die Opposition oft, bevor die Dinge geschahen.

Sie prognostizierten Dinge, die erst jetzt eintreten, lange voraus. Es gab viele Details, welche die Leser schon vorher auf die richtige Spur führte.

Recherchegruppen mit Anons sind entstanden, die dann selbst immer tiefer graben und teilweise Erstaunliches zutage bringen.

Q bestätigte sie immer wieder, wenn er ihre Ergebnisse sah, sodass sie wussten, dass sie richtig lagen.

So entstand eine Community, die sich selbst weiterentwickelte und die, anhand der vielen Hinweise der Qs, zu eigenen Ergebnissen kam.

Politik wurde im Laufe der Zeit immer transparenter.

Aus den öffentlich als Verschwörer Bezeichneten wurden Wahrheitssuchende – und sie fanden.

Natürlich gab und gibt es immer noch auch Desinformation. Die müsse sein, erklärte Q selbst. Denn es würden auch „die anderen“ mitlesen.

Auch im Board finden sich immer wieder vereinzelte User, die die Gruppe teilen wollen und es teilweise auch geschafft haben. Hier muss man aufpassen. Sie sind in allen Gruppen und Foren, man kann es nicht verhindern.

Sie behaupteten einfach Dinge, die zu schön sind, um wahr zu sein und die man manchmal – eigentlich! – sehr leicht als Fake enttarnen könnte. Wenn es sich um eine positive Fake Information handelt, dann fällt es Vielen nicht leicht, das wieder loszulassen. Man schönt Berichte, indem man „vergisst“, den Konjunktiv anzuwenden und ersetzt das frühere Photoshop, mit dem man Bilder fälschen konnte, heute mit gekonnt gemachten Fake-Videos, die dem in Nichts nachstehen.

Die Täuschung kommt von allen Seiten. Wichtig ist, zu lernen, hier die Spreu vom Weizen zu trennen.

Denn wichtig sind vor allem die Informationen der Q-Gruppe, die es schaffte, weltweit Unterstützer für Trumps Agenda aufzubauen. Es gibt etliche Seiten, die die Q-Drops -die Mitteilungen – gesichert haben und es gibt bereits Übersetzungen in etliche Sprachen, wie  man hier sehr gut erkennen kann: qmap.pub

Nachdem es inzwischen drei Attentate gab, zu denen das FBI und die Opposition eine Verbindung zu 8chan sieht, da sie zum Beispiel dort angekündigt worden sein sollen oder der Attentäter behauptete, durch Q inspiriert worden zu sein, wurde der Board-Eigner vor den Rechtsausschuss des Kongresses geladen, um dort auszusagen.

Ins Rollen gebracht hat das der mutmaßliche El Paso Schütze, Crusius, der in einer Erklärung auf 8chan geschrieben haben soll: „Ich unterstütze den Schützen von Christchurch und sein Manifest. Dieser Angriff ist eine Reaktion auf die hispanische Invasion in Texas.“

Das FBI möchte nun über die IP-Adressen Informationen über alle Personen erhalten, die auf solche Beiträge geantwortet haben, denn „einige der Personen könnten potenzielle Zeugen, Mitverschwörer und/oder Einzelpersonen sein, die sich von solchen Dingen inspirieren lassen“.

James Watkins: Instagram war die erste Anlaufstelle, nicht 8chan

In diesem Video bestreitet Jim Watkins, dass das El Paso Manifest, mit dem der Täter die Tat ankündigte, vom Mörder auf 8chan hochgeladen wurde. Es sei zuerst auf Instagram erschienen, das zur Facebook-Gruppe gehört und erst später von jemandem, nicht dem Mörder, auf 8chan gepostet worden.

Gestern, am 5. September, war der erste Tag der Anhörung.

Offenbar war Watkins sehr kooperativ und wird es auch weiter sein, wie sein Anwalt mitteilen ließ. Die Vernehmung war nicht öffentlich und fand unter Eid statt. Eine Mitschrift existiert nicht.

Watkins „gab dem Komitee umfangreiche und hilfreiche Informationen über die Struktur, den Betrieb und die Richtlinien von 8chan und seine anderen Unternehmen. Wir freuen uns auf seine weitere Zusammenarbeit mit dem Ausschuss, da er seinen Wunsch bekundet hat, dies zu tun.“

James Watkins wird von seinem Anwalt, Benjamin Barr, vertreten – nicht zu verwechseln mit William Barr – der in einem Schreiben an den Ausschuss erklärte, 8chan habe bisher immer verantwortungsbewusst mit den Justizbehörden zusammengearbeitet, wenn es einmal Probleme gab. Keine einzige Plattform könnte verhindern, dass einzelne User hasserfüllte Beiträge schreiben. Hier wäre nur möglich, in angemessener Zeit zu reagieren und diese entfernen. Ansonsten würde 8chan den 1. Verfassungszusatz erfüllen, indem es Meinungsfreiheit gewährt.

8chan wird einige Veränderungen vornehmen müssen, bevor es wieder online gehen kann, soviel steht bereits fest.

Der Board-Eigner scheint willig zu sein, diese umzusetzen. Wie lange es dauert, bis die Q-Gruppe dort wieder schreiben kann, ist bis heute unklar. Einige meinen, dass inzwischen Informationen auf Twitter durchsickern, die definitiv von Insidern kämen. Von Accounts, die kurz darauf wieder geschlossen werden. Die Q-Gruppe? Eventuell. Manchmal muss man flexibel sein.

Schreiben Anwalt

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QAnon outet sich als die „größte militärische Geheimdienstoperation unserer Zeit“