Julian Assange: Warum eine Auslieferung in die USA das Beste für ihn sein könnte

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Die 50-wöchige Haftstrafe, die Julian Assange in einem britischen Gefängnis absitzt, nähert sich ihrem Ende. Er saß dort, weil er gegen Kautionsauflagen verstoßen hatte und nicht, wie viele meinen, weil er auf seiner damaligen Plattform, WikiLeaks, Dokumente und Interna veröffentlichte, die ihm zugespielt wurden.

Es ist das Recht eines Journalisten, das zu tun und so lange er nicht selbst an der – illegalen – Beschaffung von geheimen Informationen beteiligt ist, darf man ihm keinen Strick draus drehen.

So kam es 2010 auch nur deshalb zu seiner ersten Verhaftung, weil die Schweden ihn mit einem internationalen Haftbefehl suchten. Die Anklage zur angeblichen Vergewaltigung, um die es dabei ging, wurde inzwischen zurückgenommen, sodass ihm hier keine Repressalien mehr drohen.

Allerdings hat ihn diese „schwedische Mär“ sieben Jahre seines Lebens in der ecuadorianischen Botschaft von London gekostet, die ihm so lange Asyl gewährte. Nachdem er nach der Wahl den Schutz des neuen Präsidenten von Ecuador verlor, wurde er im April 2019 verhaftet und wie oben bestraft, weil er sich der britischen Justiz durch die Flucht in die Botschaft entzogen hatte.

Selbst von der Botschaft aus dirigierte Assange noch WikiLeaks.

Tatsächlich ist er wahrscheinlich maßgeblich dafür verantwortlich, dass Hillary Clinton, Donald Trumps Gegenspielerin, den Präsidentschaftswahlkampf 2016 verlor. Er veröffentlichte rechtzeitig genug eMails, beginnend am 7.Oktober 2016, durch welche Frau Clinton in ein schlechtes Licht gerückt wurde. Es waren hauptsächlich ihre eigenen. Im letzten Moment, nur wenige Tage vor der Wahl, sprangen deshalb noch potenzielle Wähler ab, zumal der damalige FBI-Direktor, James Comey, noch eins draufsetzte: Er öffnete kurz vor der Wahl noch einmal den bereits geschlossenen Fall „Clinton eMail-Skandal“, nur um ihn kurz darauf wieder zu schließen, da nichts gefunden worden sei.

Er wollte doch nur helfen und noch einmal betonen, dass da wirklich gar nichts sei, was man ihr zur Last legen könnte, meinte er einmal. Das ging dann wohl nach hinten los.

Trump hörte man mehr als einmal schwärmerisch „I love WikiLeaks“ sagen, denn er wusste, wie wichtig Julian Assange für ihn und seinen Wahlsieg war.

Das As im Ärmel von Assange könnte Trumps “I love Wikileaks!” sein

Halten wir also einmal fest:

Julian Assange war wahrscheinlich maßgeblich daran beteiligt, dass Donald Trump die Wahl gewann und heute Präsident ist. Gleichzeitig gab es für viele eine überraschende Verliererin, bei der man fest damit gerechnet hat, dass sie gewinnen würde: Hillary Clinton.

Frau Clinton dürfte demnach keine besonders freundlichen Gefühle für Julian Assange hegen, ganz im Gegenteil zu Donald Trump.

Allerdings hielt Trump sich nach der Wahl mit Lobeshymnen zurück, wenn er nach Assange befragt wurde. Wahrscheinlich wurde er dahingehend beraten, dass er nicht  mehr parteiisch sein darf, denn gegen Assange gibt es bereits seit Jahren Anklagen, insbesondere aus der Ära Obama.

Am 23. Mai 2019 schrieb die New York Times und bestätigt damit, dass die vielen Anklagen, von denen wir heute hören, alle aus der Zeit von Obamas Regentschaft stammen:

Julian Assange, der WikiLeaks-Führer, wurde wegen seiner Rolle bei der Beschaffung und Veröffentlichung geheimer militärischer und diplomatischer Dokumente im Jahr 2010 wegen 17 Verstößen gegen das Spionage-Gesetz angeklagt, teilte das Justizministerium am Donnerstag mit.

Die Anklagen stammen also aus dem Jahr 2010 und damit ist Obama dafür verantwortlich.

Am 11. April 2019 wurde Assange aus der Botschaft geholt und in ein Londoner Gefängnis gebracht.

Julian Assange in London verhaftet

Obamas Anklagen gegen Julian Assange werden bearbeitet werden müssen.

Obwohl Obama auch gegen seine journalistische Arbeit vorgehen wollte  – und diese Anklagen werden sicherlich auch noch bearbeitet werden müssen – handelt es sich hier ausschließlich um den Vorwurf, dass er Chelsea Manning geholfen haben könnte, geheime Informationen aus einem Pentagon Server zu stehlen. Denn das darf ein Journalist nicht.

Auch diese Anklage ist aus Obamas Zeit, aber Barr musste einen Grund liefern, für den er einen Auslieferungsantrag stellen konnte. Hier ging es also nicht darum, dass er es veröffentlichte, sondern darum, wie die Informationen beschafft worden sind. Gerade den Amerikanern ist ihr 1st Amendment, die Meinungsfreiheit, lieb und teuer.

Die Briten sollten ihn damals gleich ausliefern. 

Ihnen hat offenbar nicht gereicht, dass Assange  7 Jahre lang quasi bereits im Gefängnis saß, da er das Botschaftsgebäude nicht verlassen durfte. Sie mussten ihn unbedingt noch dafür anklagen und verurteilen, weil er ihrem Zugriff entkam und Schutz bei den Ecuadorianern gesucht hatte.

Wichtig ist auch, zu wissen, dass die Briten Assange nicht wegen der Veröffentlichungen angeklagt haben. Es ging auch hier nicht um den Journalistenstatus. Diese 17 offenen Fälle werden dann hoffentlich recht schnell durchgewunken und es ist davon auszugehen, dass die USA hier so entscheiden, wie Großbritannien: nämlich dass er veröffentlichen darf, was man ihm zuliefert.

Andere machen es auch.

Sowohl die Washington Post als auch die New York Times haben Informanten aus den Reihen des Kongresses und sogar des FBI, die ihnen geheime Nachrichten geliefert haben und immer noch liefern. Die Namen sind bekannt: Comey, McCabe, Rosenstein, Schiff, um nur einige zu nennen.

Julian Assange wird dringend in den USA benötigt.

Wir glauben nicht, dass man ihm auch nur ein Haar krümmen würde, denn nachdem der Pädophilen-Zulieferer Epstein nicht mehr zur Verfügung steht, benötigt man einen neuen Kronzeugen, sowie dessen Informationen über Personen des öffentlichen Lebens.

Wird ein Kronzeuge Julian Assange Licht ins Dunkel der Präsidentschaftswahl von 2016 bringen?

Er könnte ein völlig neues Licht auf Seth Richs plötzlichen Tod werfen.

Der junge Mann, Mitarbeiter des DNC [Demokratisches Nationalkomitee], starb im Juli 2016 mitten auf der Straße, als ihm mehrfach in den Rücken geschossen wurde. Der Mord wurde zwar als Raubmord klassifiziert, aber es fehlte absolut nichts von den Dingen, die er bei sich trug. Unweit von ihm wurden die beiden Leichen von MS-13-Gangmitgliedern gefunden, den vermutlichen Mördern.

Wenn Julian Assange aussagen könnte, dass er das eMail-Material, das Clinton zu Fall gebracht hatte, von Seth Rich erhielt, dann würde es einigen in der demokratischen Partei an den Kragen gehen, denn sie haben die Amerikaner jahrelang belogen.

Der Geheimdienst wusste von Anfang an, dass es nicht die Russen waren.

QAnon sowie ehemalige Agenten enthüllen: Es waren nicht die Russen!

Wer hatte ein Interesse daran, den jungen Mann auszuschalten?

Natürlich war das zunächst Hillary Clinton, die Geschädigte, aber sie war hier nicht allein. Vermutlich ging die Mitwisserschaft – nämlich, dass es nicht die Russen waren, sondern dass die Dateien direkt mit Stick vom Server gezogen wurden – hoch hinaus, bis hin zu Obama.

Assange könnte das „Haus“ zum Einsturz bringen, allein mit diesem Wissen.

Viele aus der Obama-Administration wären darin involviert gewesen. Auch die beiden Geheimdienstler James Clapper und John Brennan werden immer wieder genannt.

Ergo müsste doch feststehen, vor wem Assange wirklich Angst haben sollte, falls er in die USA ausgeliefert werden würde. Es ist nicht die Trump-Regierung, sondern es sind die, welche hier etwas zu verbergen haben: Viele Mitwisser aus der Partei der Demokraten.

Nach dem Vorfall mit Epstein, der selbst in einem Hochsicherheits-Gefängnis nicht sicher war, wird das Justizministerium dazugelernt und neue Möglichkeiten erdacht haben, Julian Assange zu schützen.

Unserer Einschätzung nach könnte eine Freilassung ohne einen Rundumschutz für ihn sehr gefährlich sein, egal, wo er sich aufhält.

Zu viele Menschen müssen fürchten, dass ihr bisheriges Theaterspiel als solches enttarnt wird. Unter Trumps Administration würde Assange diesen Personenschutz bekommen. Justizminister Barr hat dazugelernt und weiß jetzt, dass wertvolle Zeugen nur noch unter der Aufsicht des eigenen Sicherheitsdienstes tatsächlich den optimalen Schutz genießen.

Somit wäre das Beste, was Assange passieren könnte, tatsächlich eine Auslieferung in die USA.

Wir gehen davon aus, dass sämtliche Anklagen, die unter Obama entstanden, niedergeschlagen werden. Wer weiß, vielleicht verpasst man Assange nach dem Prozess auch eine neue Identität, damit er in seinem weiteren Leben die Freiheit genießen kann, die jeder Mensch haben sollte. Ein erneuter Gefängnisaufenthalt bleibt ihm hoffentlich erspart.

Es sind die Mutigen und Tapferen an der vordersten Front, die für uns alle ihr eigenes Leben in die Waagschale werfen. Sie warnen uns und werden somit zum Ziel der Täter.

Wer immer das tut, weiß, dass er das eventuell nicht überleben wird. Es sind nur wenige, die das können. Assange ist so einer. Er verdient die Freiheit und vielleicht sollte man sogar einen Preis nach seinem Namen benennen und diesen anderen mutigen Journalisten verleihen, damit das, was er tat, niemals in Vergessenheit gerät. Den Julian Assange Award für investigativen Journalismus. Er sollte sowieso allen verliehen werden, die mitten in der Arbeit ihr Leben verlieren

Es geht um mehr, als die meisten ahnen. Um viel mehr. Aber Menschen auf der ganzen Welt sind gerade dabei, die Wahrheit zu entdecken. Eine nach der anderen. Nichts ist mehr aufzuhalten.

Julian Assange fährt am 13. Januar 2020 zu seinem Gerichtstermin. Hier geht es um die Auslieferung in die USA.

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