Trumps Anwalt: Julian Assange ist unschuldig. Er sollte frei sein!

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Julian Assange sitzt seit nunmehr sechs Jahren in London im Konsulat von Ecuador fest. Er kann noch nicht mal vor die Türe gehen, ohne sofort festgenommen zu werden, da er fürchten muss, dass die Engländer ihn an die USA ausliefern werden. Jeff Sessions, der frühere Justizminister unter Trump, war sehr bemüht, ihn in die USA zu bringen und zu verhören, während Trump bereits im Wahlkampf durchblicken ließ, dass er ihm sehr wohlgesonnen war.

Kein Wunder, denn Assange hat wahrscheinlich mit der Veröffentlichung der auf einem privaten Server gefunden circa 33.000 Clinton-Mails, die teilweise als geheim eingestuft waren, dafür gesorgt, dass Zweifel an der Kandidatur und möglichen Präsidentschaft der demokratischen Bewerberin aufkamen.

Nachdem die Schweden Anfang 2018 die Vergewaltigungs-Klage gegen Assange zurückgezogen haben und Großbritannien ihn nahezu gleichzeitig als Journalisten anerkannte, der veröffentlichen darf, was ihm zugespielt wird, sollte man denken, dass der Weg doch frei sein sollte, das Konsulat zu verlassen.

Aber leider geben die Amerikaner immer noch keine Ruhe. Sie wollen ihn weiterhin, auch wenn bis jetzt – zumindest offiziell – keine Anklage gegen ihn vorliegt.

Der Präsident hat keinen Einfluss auf den Justizminister. Sollte er die Justiz beeinflussen wollen, dann wäre das für die Demokraten ein Grund für ein Amtsenthebungsverfahren. Sie suchen sowieso schon sehr verzweifelt inzwischen mehr als zwei Jahren nach einem schwarzen Fleck auf seiner offenbar recht weißen Weste, um ihn endlich loszuwerden. Schon vor der Wahl sollten Gründe gefunden werden, die ihn disqualifizierten. Vergebens.

Stattdessen wurden mit jeder neuen Untersuchung immer mehr Gründe gefunden, die seine Gegenkandidatin zunächst disqualifizierten und inzwischen auch anklagen sollten.

Aber da Hillary Clinton dem tiefen Staat vermutlich wohlgesonnen ist und tut, was man ihr sagt, waren die 33.000 eMails, die Wikileaks veröffentlichte, offenbar Peanuts im Gegensatz zu dem, was Trump alles getan haben könnte.

So ging man weiter auf die Suche und das Ergebnis war das Russen-Dossier, aus dem dann die Anträge zur FISA-Überwachung entstanden, die das FISC aufgrund betrügerischer und manipulierter Beweise genehmigte.

Diese Beweise findet man in den FISA-Anträgen. Es wurden diese Seiten bisher zurückgehalten. Aber Trump hat bereits angekündigt, dass er sie veröffentlichen wird. Dazu benötigte er einen Justizminister, der sie freigibt. Whitaker. Die Panik ist groß, und so gab es bereits einen Tag nach Whitakers Bestellung die erste Demonstration.

USA: Panik in DC. FISA. Erste Demonstrationen gegen den neuen Justizminister. QAnon: Militäreinsatz möglich.

Die Richter, denen man falsche Beweise untergeschoben hatte,  waren darüber nicht amused und so kam es zu FISAgate, auf dessen Ausgang wir immer noch warten.

QAnon, der White House Whistleblower meinte, wenn die letzten, die noch fehlenden, Seiten veröffentlicht werden, dann rollen die Köpfe von den ganze Großen. Es wäre das Ende der Demokratischen Partei.

Demokratische Politikerin Maxine Waters: ‚Impeachment! Stormy Daniels ist Donald Trumps tiefer Fall‘

Auch wenn sich die Demokraten letztendlich mit bisher allen ihren Aktionen, die gegen Donald Trump gerichtet waren, einen Bumerang eingefangen haben, der zu ihnen zurückkam, kaum, dass sie ihn geworfen hatten, riskiert Trump natürlich nichts, was ihnen in die Hände spielen könnte. Selbstverständlich beschuldigten sie ihn auch, mit Assange gemeinsame Sache gemacht zu haben. Mit den Russen haben sie’s sowieso, aber mit dem Finden von echten Beweisen hapert’s noch. Trumps Weste ist immer noch sauber.

Assange meinte, selbst ein 14jähriger hätte den Laptop von John Podesta hacken können, der Clinton letztendlich zum Verhängnis werden könnte. 

Bereits unter Obama hätten die Geheimdienste, die Assange ausspionierten, ihn gerne in den USA gesehen, um ihn anzuklagen, aber das damalige Justizministerium war sich noch nicht im Klaren darüber, ob Assange nun ein Nachrichtenbroker sei – und damit schuldig – oder ein Journalist, der durch den ersten Verfassungszusatz, der die freie Meinungsäußerung garantiert, geschützt ist.

Hier setzt nun Rudy Giuliani, ein alter New Yorker Freund und Wahlkampfbegleiter Trumps, ein Zeichen. Giuliani, der heute als Anwalt Teil des Trump-Teams im Weißen Haus ist, erklärt in einem Interview mit Fox News, dass Julian Assange selbstverständlich als Journalist anzusehen ist und damit den Schutz durch die amerikanische Verfassung erhalten sollte.

Lediglich der, der die geheime Nachricht gestohlen habe, sei haftbar zu machen, während es die Aufgabe des Journalisten sei, die Bevölkerung zu informieren.

Es wird übrigens schon lange vermutet, dass der Überbringer der Mails an Wikileaks Seth Rich gewesen ist. Ein junger Mann, der damals für das DNC [Democratic National Committee] gearbeitet hat und Zugang zu geheimen Informationen hatte. Er wurde im Sommer 2016 mitten auf der Straße erschossen.

Rudy Giuliani sagt, die Unterstellung, dass Trump etwas mit der Publikation der Mails zu tun haben könnte, sei absurd. Er sei dabei gewesen, als die Trump von der Veröffentlichung erfahren habe und der könnte kaum überraschter gewesen sein.

Außerdem hätten diverse Medien diese Veröffentlichung übernommen und somit weiter verbreitet. Er nannte hier die New York Times und die Washington Post, zwei anti Trump Medien, die sich diese Sensation nicht entgehen ließen.

Giuliani hebt im Interview hervor, dass diese Veröffentlichungen wahre Begebenheiten widerspiegeln. Clinton habe bei der Debatte betrogen, weil sie die Fragen von Donna Brazile, damals Vorsitzende des DNC, erhalten habe und Clinton habe auch den Kandidaten der Independent-Partei, Bernie Sanders, betrogen. Der stand in der Beliebtheitsskala ganz oben und hätte sowohl sie selbst als auch Donald Trump schlagen können.

Während die eine Hälfte der Amerikaner Julian Assange am liebsten lynchen würde, da er ihnen die Präsidentin vermasselt hat, möchten die anderen, dass Trump ihn begnadigt. Da es allerdings gar keine offizielle Anklage gegen ihn gibt, ist eine Begnadigung nicht möglich.

Viele bezweifeln allmählich, dass er überhaupt noch in der Botschaft ist, da er schon lange nicht mehr am Fenster gesichtet wurde. Es gibt inzwischen einen neueren Aufruf seiner Mutter, die sehr besorgt ist.

Christine Assange: Mein Sohn ist in höchster Gefahr!

2016 gab die UN bekannt, dass Assanges Situation mit einer willkürlichen Haft vergleichbar sei und beendet werden müsse.

Ende März 2018 wurde ihm das Internet abgeschaltet.

Sein letztes Interview war Ende März 2018. Er sprach über uns, die wir bereits erwachsen sind als er sagte:

Diese Generation ist die letzte, die frei sein wird.

Das komplette Interview finden Sie hier.

Hat Julian Assange noch eine Chance, frei zu kommen, ohne dass er sofort ausgeliefert wird, wie die Engländer den Amerikanern versprochen haben? Wahrscheinlich nicht. Denn er weiß zu viel. So erinnerte seine Mutter gerade auf ihrem Twitter-Account daran, dass ausgerechnet der, der die vermeintlichem „Verwicklungen“ des jetzigen Präsidenten Trump mit Russland und  Wikileaks untersucht, der damalige FBI-Direktor Robert Mueller, derjenige ist, den Wikileaks bloßgestellt hat, als den Messenger, der den Russen das von den Amerikanern gestohlene Uranium überbrachte.

Diejenigen, die Julian Assange unbedingt fangen und verurteilen wollen, sind vermutlich dieselben, die in ihm einen Zeugen sehen, der ihnen mit seinem umfänglichen Wissen sehr schaden könnte. 

Ja, Julian Assange ist in großer Gefahr. Er weiß eindeutig zu viel.

 

Beitragsfoto

Wird Ecuador Julian Assange an die Amerikaner ausliefern? Der Untersuchungsausschuss des Senats verlangt, ihn zu verhören.