Epstein – Es melden sich weitere Opfer, um gegen ihn auszusagen

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Während Epstein sich offenbar der Tragweite der Anschuldigungen gegen ihn noch nicht bewusst ist und dem Richter tatsächlich anbot, seine Gefängniszelle gerne gegen eine elektronische Fußfessel und gleichzeitig dem Komfort seiner 77 Millionen teuren Villa in Manhattan einzutauschen, um dort den Prozess gegen ihn abzuwarten, melden sich immer mehr Frauen, die angeben, von ihm als Minderjährige und Jugendliche sexuell missbraucht worden zu sein.

Seine Rechtsabteilung sieht das offenbar ähnlich und reichte am Donnerstag einen Antrag auf Freistellung vor dem Prozess ein, mit der Argumentation, dass Epstein seit seiner Verurteilung im Jahr 2008 eine „makellosen“ Akte haben würde.

Epstein wurde letzten Samstag am Flughafen von New Jersey verhaftet, als er mit seiner eigenen Maschine, aus Paris kommend, einreiste. Ihn erwarten 45 Jahre Gefängnis alleine durch die Anschuldigungen von drei Frauen, die behaupten, von ihm als Minderjährige missbraucht und an andere Männer weitergereicht worden zu sein.

Bei Jack Scarola, Anwalt aus Palm Beach, meldeten sich inzwischen mindestens fünf Frauen, die nicht Teil eines anderen Prozesses gegen Epstein gewesen sind, für den er bereits 2008 bereits wegen der gleichen Vergehen angeklagt war, aber einen milden Deal bekam, zumal viele Anklagepunkte fallen gelassen wurden.

Die englische Daily Mail spricht sogar von 14 Frauen, die sich inzwischen gemeldet haben sollen, um gegen Epstein auszusagen.

Vor der Bürgschafts-Anhörung letzten Montag hatte er angeboten, dem Gericht dieses Haus, sowie sein Flugzeug als Sicherheit zur Verfügung zu stellen. Dabei handelt es sich um das Anwesen, in dem er zwischen 2002 und 2005 Dutzende von Mädchen missbraucht haben soll.

Dort fanden Beamte des FBI bei einer Razzia „einen außergewöhnlichen Bestand an Fotos von nackten und teilweise nackten jungen Frauen und Mädchen“, als sie am vergangenen Wochenende in dieser Residenz eine Durchsuchung durchführten.

Epstein, der bei seiner früheren Verurteilung in Florida einen Deal aushandeln konnte, der die damals mögliche Strafe von 30 Jahren auf nur 18 Monate Gefängnis reduzierte, die nach 13 Monaten zur Bewährung ausgesetzt wurden, hatte darüber hinaus eine Nicht-Verfolgungsvereinbarung mit Florida ausgehandelt.

Seine Anwälte argumentieren nun, dass diese „Nicht-Verfolgungsvereinbarung ihn bei fünf verschiedenen möglichen Bundesanklagen, die von ihm in der Zeit zwischen 2001 und 2007 begangen worden sein könnten, immunisieren würden.

Im Gegensatz zu der New Yorker Staatsanwaltschaft, die sich daran nicht gebunden sieht, sind sie der Meinung, dass diese Vereinbarung global gelten würde.

An diesem Deal ist der heutige Arbeitsminister, Alexander Acosta, beteiligt gewesen, der zum damaligen Zeitpunkt Bundesstaatsanwalt in Florida gewesen ist.

Präsident Trump erklärte inzwischen, dass er „sehr genau“ diesen Fall beobachten werde.

US-Staatsanwalt Berman, ist nicht der Meinung, dass dies Nicht-Verfolgungsvereinbarung auch für New York gilt:

„Es ist im zweiten Gerichtsbezirk gut geregelt, dass eine Klagevereinbarung in einer US-Staatsanwaltschaft nicht für andere verbindlich ist ist“, schrieb er am Montag und fügte hinzu, dass die Vereinbarung ausdrücklich besagt, dass sie sich ausschließlich auf Anklagen in Südflorida bezieht.

Anklägerund Anwälte der Opfer glauben, dass es angesichts von Epsteins früheren Bemühungen, Opfer und deren Familien einzuschüchtern, entscheidend ist, dass der Richter ihn hinter Gittern hält und ihm keine Kaution gewährt. Bs zu 45 Jahre Gefängnis warten auf ihn, was eine mögliche Flucht wahrscheinlich werden lässt.

Es soll auch schon vorgekommen sein, dass Epstein mögliche Zeugen bereits massiv unter Druck gesetzt haben soll. So habe er 2006-2007 über seine Mitarbeiter versucht, Opfer einzuschüchtern, damit sie nicht mit der Polizei zusammenarbeiten würden. Der Miami Herald schreibt, dass er dies über Gerichtsakten überprüfen konnte.

In einem Polizeibericht stünde, dass der Vater eines Opfers der Polizei von Palm Beach mitteilte, dass er von jemandem verfolgt und von der Straße gedrängt worden sei. Er notierte das Nummernschild des Autos und die Polizei verfolgte es bis zu einer privaten Ermittlungsfirma, die von Epsteins Rechtsabteilung angeheuert worden war.

Einer der Ermittler im Fall Epstein, Joe Recarey, sagte, dass er so besorgt über die aggressive Einschüchterungs-Taktik war, die Epstein benutzte, dass er oft die Fahrzeuge wechselte, um sie abzuschütteln.

„Irgendwann wurde es zu einem Katz-und-Maus-Spiel. Ich würde an einer roten Ampel anhalten und gehen. Ich wusste, dass sie da waren, und sie wussten, dass ich wusste, dass sie da waren. Ich war besorgt wegen meiner Kinder, weil ich nicht wusste, ob es jemand war, den sie gerade aus dem Gefängnis angeheuert hatten, der mich oder meine Familie verletzen würde,“ sagte Recarey dem Herald als Teil seiner Serie über den Fall.

Recarey, der kurz nach seiner Befragung durch den Herald starb, berichtete auch, dass die Opfer, die erst 13 Jahre alt waren, Todesangst vor Epstein und dessen Privatermittlern und Verteidigern hatten, hatten, die sich in jede dunkle Ecke ihres Lebens und das Leben ihrer Familie und ihrer Freunde gegraben haben.

Am Mittwoch erklärte Jennifer Araoz, dass Epstein sie in seiner New Yorker Villa vergewaltigte, als sie 15 Jahre alt war. Die heute 32-jährige sprach in der „Today“ Show darüber, dass sie niemals zur Polizei gegangen sei, weil sie Angst vor möglichen Vergeltungsmaßnahmen von Epstein hatte.

Der Aufruf der New Yorker Staatsanwaltschaft führte zu weiteren Opfern, die sich bis jetzt gemeldet haben, um gegen Epstein auszusagen.

Es ist davon auszugehen, dass dies erst der Anfang einer never ending Story ist, bei der die Namen der Täter, mit denen diese Mädchen verkuppelt wurden, zu weiteren Verhaftungen führen werden. So, wie es aussieht, weltweit. Denn Epstein hatte seine Bettenburgen überall auf der Welt.

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Miami Harald
Daily Mail