Fall Epstein geht weiter – Richter ordnet Freigabe von Ghislaine Maxwells Dokumenten an

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Gleich mehrfach urteilten Richter in dieser Woche gegen Ghislaine Maxwell, der ehemaligen Vertrauten von Jeffrey Epstein, dem Sexhändler für die Reichen, Schönen und Mächtigen.

 

Maxwell soll dafür gesorgt haben, dass ständig junge Minderjährige zur Verfügung gestanden haben, die gewissen hochkarätigen Freiern zu Diensten sein mussten, die offenbar mit altersgerechten Partnern nicht viel anfangen konnten. Oder, wie Reuters es ausdrückte: Sie steht nun vor der Anklage, dass „sie Mädchen für Epstein angelockt hat, damit die sexuell missbraucht werden konnten“.

Epstein kam im August 2019 im gleichen Gefängnis zu Tode, in dem Frau Maxwell heute einsitzt und auf ihren Prozess wartet, der am 21. Juli 2021 beginnen soll. Also in ungefähr einem Jahr.

Sie glaubt nicht an die offizielle Todesursache ihres ehemaligen Partners, die auf Selbstmord festgelegt wurde und befürchtet, dass dies auch ihr eigenes Schicksal sein könnte. Epstein soll sich mit einem Betttuch an seinem Bett stranguliert haben, jedoch wies der erste Obduktionsbericht darauf hin, dass die Verletzungen dafür ungewöhnlich seien und einige Pathologen meinten, dass sie eher auf Gewalt von außen hindeuteten.

Die Anwälte haben nun eine Woche Zeit, gegen diesen Beschluss eine Eilbeschwerde einzulegen, aber der Richter meinte bereits, dass sie sich eher auf eine Veröffentlichung einstellen sollten.

Maxwells Einwand, dass es sich bei den Papieren um peinliches Material handelt, das vertraulich behandelt werden sollte, konnte den Richter offenbar nicht überzeugen. In einem anderen Fall erlaubte ein anderer Richter den Anwälten und den Anklägern, weiterhin den Fall öffentlich diskutieren zu dürfen.

Die 80 Dokumente, um die es geht, enthalten sowohl bekannte Namen als auch Flugprotokolle von Epsteins Privatjets, mit denen er seine Kunden entweder auf seine Insel oder in andere Etablissements fliegen ließ. Es geht also um viele Namen.

Der Name des ehemaligen Präsidenten, Bill Clinton, soll 26 Mal in den Protokollen auftauchen, schreibt Breitbart mit Bezug auf Reuters. Die Aufzeichnungen sind Teil einer Klage von Victoria Roberts Giuffre gegen Ghislaine Maxwell, die 2017 beigelegt wurde. Diese Aufzeichnungen könnten auch wieder die britische Krone beschäftigen, denn möglicherweise wird Prinz Andrew vorgeladen werden.

Darüber würde sich zumindest Audrey Strauss,  kommissarische Generalstaatsanwältin für den Südlichen Distrikt von New York, freuen, die nach dem unfreiwilligen Ausscheiden von Geoffrey S. Berman dessen Posten übernommen hat.

Einmaliger Fall: Der New Yorker Generalstaatsanwalt, der sich weigerte, gefeuert zu werden

In ihre Gerichtsbarkeit fallen wichtige Fälle, die bisher unter Berman nur schleppend oder gar nicht bearbeitet wurden.

Das scheint sich nun zu ändern. Sowohl gegen die Clinton-Stiftung als auch die Ukraine mit Joe und Hunter Biden dürfte nun allmählich wieder ermittelt werden. Auch die umfangreiche Beweissammlung aus Epsteins Villa in Manhattan könnte den frischen Wind gut vertragen.

Es geht voran!

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