Medizin-Professor nach Autopsie-Bericht: Es gibt weiter berechtigte Zweifel an Epsteins Todesursache

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Der Autopsie-Bericht wurde gestern freigegeben, aber es bleiben viele offene Fragen, meint Prof. Dr. Marc Siegel immer noch, der bereits am Donnerstag ein Fox News ein erstes Interview zum Tod des registrierten Pädophilen und Menschenhändlers Jeffrey Epstein gab.

Laut Dr. Siegel Professor an der NYU Medical School, deuten die Verletzungen des Toten auf einen Mord hin, nicht auf einen Selbstmord, wie allgemein berichtet. Insbesondere die gebrochenen Knochen an Epsteins Hals wären eher bei Mordopfern üblich, die durch Ersticken sterben.

Nach der Freigabe des offiziellen Autopsie-Berichts gab es ein erneutes Interview mit dem Mediziner, das wir hier auf Deutsch wiedergeben.

Fox News: Im Autopsie-Bericht steht, dass es Selbstmord war. Glauben Sie das auch und fühlen Sie sich wohl damit?

Dr. Siegel: Ich glaube, genau dort müssen wir anfangen.

Die Gerichtsmedizin hat sehr darauf bestanden, dass es ein Erhängen war, dass es ein Selbstmord war.

Das müssen wir akzeptieren. Es beantwortet allerdings nicht andere Fragen.

  • Warum er nicht mehr in der Suizid-Wache war.
  • Wurde er vor dem 26. Juli von seinem Zellengenossen angegriffen?*
  • Warum wurde er nicht beobachtet?
  • Warum war er in einer Einzelzelle??
  • Warum hatte er ein Hochbett?
  • Warum hatte er normale Bettwäsche?**

Da muss man sich fragen, warum konnte das passieren?

Menschen schlafen nicht einfach nur so ein. Kameras drehen sich nicht von selbst weg. Aber ich sage Ihnen eins, was heute herauskam: Falls dies ein Selbstmord durch Erhängen war, und ich das akzeptiere, dann war es mit viel Gewalteinwirkung verbunden. Damit diese Knochen brechen konnten, benötigt man viel Kraft, ähnlich wie man es in früheren Jahrhunderten machte, wo man tief durch eine Luke im Boden fiel.

Fox News: Und deshalb hat man normalerweise keine Hochbetten in der Zelle, weil es dadurch einiges an Höhe gibt. Und dann, in diesem Prozess wird man bewusstlos und das Gewicht des schlaffen Körpers zieht dich mehr herunter und beendet das.

Wenn Sie davon ausgehen, dass es nicht Selbstmord war, an was würden Sie das am ehesten festmachen? Irgendein Beweis…

Dr. Siegel: Das ist ein sehr guter Gedanke. Man würde zum Beispiel nach Anzeichen für einen Kampf schauen, nach Blutergüssen am Körper oder sich den Hals genau anschauen.

Ich habe mit einem Trauma-Chirurgen gesprochen und er sagte, dass die Sache mit dem Hals sehr ungewöhnlich für Erhängen ist.

Er müsste kraftvoll von diesem Hochbett heruntergesprungen sein. Und danach muss man jetzt schauen. Es ist nicht das, was ich erwarten würde, aber es wäre immer noch möglich bei einer Höhe von 11 Foot [3,35m].

Fox News: Vergessen Sie die Höhe. Erinnern Sie sich an Kate Spade? Sie hat einen Schal an der Türklinge ihrer Toilette genutzt. Das war nun überhaupt nicht hoch. Epstein ist ein 66-jähriger alter Mann und man sagt, je älter man ist, je leichter brechen die Knochen, sowohl bei Frauen als auch bei Männern.

Dr. Siegel bestätigt das.

Fox News: Und wenn man etwas tut, das den Hals mit voller Absicht verletzt – er war ein großer Mann, er war nicht klein, das Gewicht dürfte dann größer sein, wenn man das Bewusstsein verliert. Für diejenigen von uns, die jemanden kennen, der sich umgebracht hat – wenn sie es wirklich wollen, dann tun sie es! In diesem Fall, und das ist bemerkenswert, da waren eventuell Kameras.

Gehört es zum Aufgabengebiet eines Gerichtsmediziners, herauszufinden, ob es Videobeweise gibt oder jemand gesehen wurde, der in die Zelle ging?

Würde man auch das Umfeld des Tatortes betrachten?

Dr. Siegel: Das ist sehr wichtig. Das was Sie da vorbringen, ist so wichtig. Das ist das, was ein Gerichtsmediziner tun muss.

Es reicht nicht, nur die Todesursache zu finden, sondern man muss alle Umstände drumherum betrachten, wie es dazu kommen konnte.

Ich möchte einen Moment verweilen und darüber sprechen, was für Blamage das ist, wenn man es von einer psychiatrischen Seite aus betrachtet. Wenn jemand in der Selbstmord-Wache ist, egal, warum, dann nimmt man ihn dort nicht heraus und verlegt ihn in einen unbewachten Raum, wo er sich töten könnte. Man könnte ihn stattdessen in die Psychiatrie einweisen oder ihn auf die Krankenstation verlegen. Es gibt da viele Möglichkeiten. Aber man kann die Beobachtung nicht unterbrechen und man muss ihn behandeln.

* Epstein erzählte seinen Anwälten, dass er am 24. Juli keinen Selbstmordversuch unternommen habe, sondern dass er von seinem Zellengenossen angegriffen worden war.

** Die normalen Laken in den Zellen sind sehr dünn und würden reißen. Der Mediziner hat hier angedeutet, dass Epstein ein normales, reißfestes Laken bekommen hat.

Es bleiben weiterhin viele Fragen unbeantwortet.

Viele Amerikaner sind der Meinung, dass Epstein noch lebt. Das Vertrauen in die offizielle Berichterstattung ist gebrochen. Man glaubt, man könnte ihm zur Flucht verholfen haben und ihm eine neue Identität verpassen, oder aber ihn an einen sicheren Ort gebracht haben, wo er dann seinen Prozess abwarten kann. Wer war dann aber der Mann auf dem Seziertisch? Da gehen die Meinungen dann weit auseinander.

Epsteins Opfer dagegen sind wütend, weil er sich ihrer Meinung nach feige aus dem Staub gemacht hat. Sie würden ihn lieber lebend sehen, denn sie sagen, nur dann, wenn er wirklich bestraft werden wird, könnten sie mit dem, was sie durch ihn erlebten, abschließen.

Der Tod ist ihnen nicht Strafe genug.

© Das Copyright liegt beim Verfasser des Artikels.

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